Bilanz – mein Leben in einem kapitalistischen Land – Teil 15 – Abschnitt a

Über eine relativ ruhige Zeit von Ende September 16 bis Mitte Juni 17

Mit meinem letzten Teil von Bilanz habe ich Ende September 2016 aufgehört.
In unserem privaten Geschichten-Blog ging es dann weiter mit einfach nur guter Laune und herrlichem Wetter sowie Fotos davon. Was will man mehr?

Ich berichtete, dass es bei meiner Mama auf dem Friedhof noch gut aussah und trug ein T-Shirt, als wir sie dort besuchen waren .. und jammerte ein wenig darüber, dass unsere alte Katze Blanka anfing, immer zerzauster auszusehen.
Tja … das mit Blanka passierte leider nicht ohne Grund, sie hat diese Welt vor 14 Tagen nun leider verlassen und sich über die Regenbogenbrücke zu meiner Mutter begeben. Ich hoffe, es geht den beiden dort gut.

Bei den Pferden erlebten wir wunderschöne Spätsommerabende.
Ich liebe es, wenn die Wildgänse im Spätsommer über unsere Weide ziehen.
In diesem Frühling erlebten wir zu unserer großen Enttäuschung, dass unser wunderschöner Strand hinter der Fachklinik Ruhleben nicht mehr zu betreten ist … er wurde aus Umweltschutzgründen für Spaziergänger gesperrt.

Tja .. auch dort brüten beispielsweise Wildgänse und viele andere Wasservögel. Ich weiß, dass der Lanker See einer von zwei Seen in Schleswig-Holstein ist, wo noch die meisten seltenen Vögel leben können .. ich kann in gewisser Weise auch verstehen, dass diese Tiere und die Landschaft dort geschützt werden müssen, damit das nicht alles bald verschwunden ist. Dennoch ist es schade .. dieser See und die Wasservögel, das ist meine Heimat .. das ist ein Gefühl, mit dem ich geboren wurde und das zu mir gehört und ich war sehr traurig, nicht mehr dort ans Wasser gehen zu können.

Ich schrieb darüber, dass es allmählich etwas herbstlicher und kühler würde, aber das in einem sehr sonnigen Tonfall. Im Spätsommer 2016 ging es uns offensichtlich mental sehr gut.

Es war dann auch allmählich herbstlich geworden. Die Blätter verfärbten sich und begannen, von den Bäumen zu fallen und bei uns hatte sich der NDR gemeldet, um mit uns eine Reportage über unseren Job als Crowdworker zu machen, die zu einer Serie gehörte, die der Sender „Die Zukunft der Arbeit“ nannte.

Das mit dem zusammenhängenden Weidezelt, das wir gern gebaut hätten, hatte nicht geklappt und Jürgen und ich hatten damit begonnen, nun die alternativ erlaubten beiden Schutzhütten aufzustellen.
Die haben auch den Winter gut überstanden und waren richtig sturmfest. Wir hatten beide Angst, dass es nicht so sein würde, aber mein Mann Jürgen hat das toll gemacht, obwohl er kein Tischler von Beruf ist, sondern Akademiker.

So ging also alles allmählich in einen friedvollen Herbst über .. mit unserer Stalkerin konnten wir einen recht gut funktionierenden Kompromiss vor Gericht aushandeln. Seitdem lässt sie uns so vermuete ich in Ruhe .. aber ganz sicher bin ich nicht, denn ab und zu ist uns schon doch mal das eine oder andere an Schabernack passiert .. aber das kann auch von anderen Leuten ausgegangen sein.   Über die Radio-Sendung beim NDR zumindest habe ich mich dann reingelesen, was unsere Politiker unter dem Begriff Industrie 4.0 verstehen.

Am 4. November fanden wir das erste dünne Eis auf dem Wasserbottich bei unseren Pferden. Es wurde höchste Zeit, dass wir die Unterstände fertigmachen.
Na ja .. um bei der politischen Lage zu bleiben. Der NDR hat über viele Zukunftsvisionen der Arbeit berichtet und ich habe mir das durchgelesen, eben zufällig, weil Jürgen und ich auch einen Beruf der Zukunft bereits heute ausüben, der zur digitalen Revolution gehört, die schon in sehr kurzer Zeit Millionen von Menschen treffen wird.

Unsere Landtagswahl in Schleswig-Holstein bescherte der AfD nicht mehr so viele Stimmen wie sie sie in meinem letzten Teil Bilanz noch überall ergattern konnte. Die Lage mit den viel zu vielen Flüchtlingen hat sich weitgehend beruhigt. Beängstigender sind da die vielen Terroranschläge des IS überall auf der Welt.
Übermorgen fängt die Kieler Woche hier an und man muss Angst haben, es könnte jemand genau da zuschlagen, wo sich vielleicht unsere Kinder oder Enkelkinder gerade amüsieren.

Am 8. November fiel hier übrigens 2016 der erste Schnee dieses Winters. Wir waren gerade so eben und eben mit unserem Schutzhüttenbau fertig geworden.
Tja … und ich habe vor ein paar Wochen bei der Landtagwahl in Schleswig-Holstein nach vielen Jahren mal wieder die Grünen gewählt. Nicht links, nicht rechts und schon gar nicht ultrarechts und durchaus eine Partei, die sicher keine große Hilfe dabei sein wird, dass es leichter wird, im Außenbereich was zu bauen.

Ich tat das, weil ich in derenWahlprogramm fand, dass sie recht vernünftige Ansichten über digitale Arbeit, die die Zukunft der Arbeit für unsere Kinder und Enkel sein wird, gewonnen haben und ich dort etwas entdeckt, das von Verständnis für diese Form von Arbeit zeugt.
Ähnlich wie die Linken haben sie Ansätze dabei, den Menschen eine sanktionsfreie Grundsicherung bezahlen zu wollen … eben weil sie verstanden haben, dass sowas bei dem, was man Industrie 4.0 nennt und das auf uns zukommt, und zwar schnell, notwendig sein wird. Das ist gut und war mehr, als ich bei den meisten anderen Parteien habe finden können. Nachdem Frauke Petri von eher rechten Leuten bei der AfD verdrängt wurde, sehe ich inzwischen auch, dass diese Partei zu weit nach rechts rücken könnte und nicht zu groß werden sollte und bei den Linken, so sozial sie auch sein mögen, sind mir genauso nach wie vor zu viele zu radikale Gemüter dazwischen. Und in der Tierhaltungspolitik hat sich bei den Grünen was getan .. sie wollen nämlich auch die Kleinbauern fördern und die Großbetriebe eher nicht, wo die Tiere so schlecht gehalten werden … und den Kleinbauern erlauben, den Tieren tierschutzgerechte Unterstände zu bauen .. auch wenn ich nicht glaube, dass sie uns Hobbybauern mit zu den Kleinbauern rechnen werden .. aber wer weiß??? Vielleicht ja doch.

Es wird eine sogenannte Jamaika-Koalititon in Schleswig-Holstein geben, die sich aus CDU, FDP und den Grünen zusammensetzt.
Mein Grund für die Wahl der Grünen statt der Linken war auch der, dass die regierungsfähig sind und mitmischen werden, und das hat auch geklappt, sogar in einer so schwierigen Koalition. Ich hoffe, sie machen was daraus.
Männe hat anders gewählt als ich .. aus Protest  .. wie verrate ich aber nicht.

Hier war gerade Mamas Grab zum Totensonntag fertig geworden.
Tja .. Freundin Ines war am Totensonntag noch mit uns auf dem Friedhof. Wir hatten uns sehr an sie gewöhnt, als es dann doch knallte und das hatte rein politische Gründe.
Wir haben Weihnachten zusammen gefeiert, uns zuletzt regelmäßig jedes Wochenende getroffen, aber sie landete dann jetzt vor den Wahlen in einer Facebook-NPD-Gruppe, die ihr so wichtig war wie kaum was anderes.

Die Rechten buhlen über Facebook-Gruppen und dergleichen jetzt vor den Wahlen sehr um jede Stimme und belügen die Menschen, wo sie nur können.
Da wird der IS mit dem Islam über einen Kamm geschoren und gelogen, dass sich die Balken biegen, wenn es darum geht, jeden Ausländer zum Buhmann der Nation zu degradieren.
Jedes Attentat wird auf all die bösen Ausländer geschoben, obwohl sie doch deshalb hier sind, weil sie auch vor dem IS geflüchtet sind.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=35788
In dem Link oben versteckt sich ein wunderschöner Text über uns, den auch eine Journalistin verfasste, die sich mit unserer digitalen Arbeit auseinandergesetzt hat, allerdings anders als der NDR, wo es im Radio kam, dann schriftlich .. das aber so süß, dass ich regelrecht gerührt war.

Ach ja … die Krönung der Aktionen unserer Stalkerin bestand darin, dass sie versuchte, für mich Betreuung zu beantragen, weil ich in ihren Augen depressiv sei .. und das auch noch ihrem Anwalt untergeschoben hat .. natürlich hat das nicht geklappt, aber ich habe mich schon mal hinsetzen und tief Luft holen müssen, als ich dieses Schreiben aufgemacht habe und gezwungen war, mich mit so einer Sozialareiterin zu treffen und auseinanderzusetzen, um der klarzumachen, dass ich noch geistig zurechnungsfähig bin. Klar war das nicht schwer, aber ärgerlich schon.

Tja .. um zur Politik in Deutschland zurückzukommen.
Es war mein Mann, dem es dann schließlich mit Ines und ihren NPD-Freunden zu weit ging, weil sie sich ständig mit anderen unserer Facebook-Freunde deshalb anlegte. Sie haben Streit bekommen und ich habe ihr gesagt, das muss sie selbst mit ihm klären .. sie meinte, sie sagt ja nur die Wahrheit und ich habe ihr gesagt, Wahrheit ist etwas sehr Relatives .. und sie soll nicht alles glauben, womit die Rechten Wähler fangen wollen.

Tja .. die Rechten tun so, als würden die Armen mehr Geld kriegen können, wenn man die Ausländer raus schmeißen würde aus unserem Land.
Natürlich ist das Unsinn und reiner Stimmenfang, aber Menschen ab einer bestimmten Bildung abwärts, die verstehen das nicht .. die sind leicht zu fangen, weil sie hoffen, so weniger in Not zu sein.
Oben Ines noch gut Freund mit Jürgen .. jetzt nicht mehr …sie wird noch verstehen, dass sie für komplett hirnlose und menschenverachtende Versprechen, die die Asylanten in unserem Land in Lebensgefahr bringen würden, würde das Realität, echte Freunde verloren hat und auch nicht wiederkriegen wird.
Ob ihr diese tatsächliche Wahrheit, denn ich meine das ernst, später gefallen wird, sei dahingestellt. Aber sie glaubt ja, ihre Gruppenfreunde von der NPD würden die Wahrheit sagen, die die Menschen versuchen dazu zu bewegen, für ein paar Euro mehr über Leichen zu gehen.

Ich bin froh, dass ich über ein wenig mehr an Intelligenz verfüge, um beurteilen zu können, wenn Menschen versuchen, mich zu verhetzen.
Ich weiß, dass wir so schnell nicht reich werden werden … das ist alles so einfach nicht.
Ich kann mich reindenken, wie die Weltwirtschaft immer mehr zusammenwächst und so einfach ein einzelnes Land da gar nicht raus käme, und zwar, weil ich seit fast 6 Jahren das schon kenne, was Industrie 4.0 ist.

Auch unsere kurze Episode mit Claudia löste sich bald in Wohlgfallen auf.
Bei ihr lag es daran, dass sie in einer Beziehung mit einem sehr gewalttätigen Mann festhängt. Sie suchte Hilfe bei uns, bekam sie auch, vertrug sich aber wieder mit ihm und peng … vorbei.
So wird sie früher oder später jeden Freund und jede Freundin verlieren, es sei denn, sie begreift, dass da nur eine endgültige Trennung hilft. Ich habe das durch mit meinem Ex .. ich weiß allerdings auch, dass das nicht leicht ist … die meisten Frauen lieben ihre prügelnden Ehemänner ja dennoch .. ich tat das früher auch und verstehe das auch .. insofern verstehe ich auch Claudia, aber deshalb kann ich ihr dennoch nicht dabei helfen, das für sich einzig Richtige zu tun … sich zu trennen, denn für immer hält diese Ehe in meinen Augen genauso wenig wie es meine tat .. trotz Liebe.

Tja .. wie der Zufall es so will, bin ich nun bei Fotos vom 29. November 16 angekommen und habe gerade über Gewalt in der Ehe gesprochen, die ich selbst und nun wieder über unsere kurze Freundschaft mit Claudia erlebt habe.
Der 29.11. war mal der Tag, an dem ich meinen 1. Mann kennengelernt habe .. das war 1969 .. nun ist er längst Vergangenheit und ich habe den Jürgen und bin froh darüber, auch wenn mich das den guten Kontakt mit meinen eigenen Kindern gekostet hat. Diese Ehe hätte ich aber auch den Kindern zuliebe nicht länger ausgehalten.

Wir hatten zu der Zeit gerade ein fremdes Pferd von der Freundin eines Nachbarn bei uns aufgenommen. Das war eine gutmütige, aber sehr dumme Aktion, die uns ein paar Wochen sehr viel Ärger bereiten würde. Sie half nicht, zahlte so gut wie nichts dazu, hat uns nur ausgenutzt. Jürgen hat sie fristlos rausgeschmissen und sie ging am 21.1.17 wieder .. wir machten drei Kreuze und werden sicher auch nie wieder aus reiner Gutmütigkeit, wenn auch nur von vornherein kurz gedacht, ein Pensionspferd bei uns aufnehmen.

Die Stute war ein Hannoveraner und sah Prima sehr ähnlich .. ich habe aber damals versprochen, sie nicht auf Fotos zu zeigen, also lasse ich das. Es ist auch nicht wichtig, war nur eine dumme Episode, weil Jürgen und ich oft einfach zu gutmütig sind.
Ach ja …wir bekamen auch von unserem Ex-Vermieter Post, dass wir für 2015 viel Geld an zu viel gezahlten Nebenkosten zurück bekämen. Spontan haben wir überlegt, ein drittes Pferd dazuzukaufen, einen Wallach.
Aber den suchen wir noch immer .. was dazu noch zu erzählen wäre, kommt später. Unser Ex-Vermieter hat bis heute nicht bezahlt, wir haben ihn verklagt und er hat die Antwort ans Amtsgericht nun schon zum 3. Mal verschoben .. mal schauen, was draus wird. Ich glaube aber nicht, dass wir von dem Geld kriegen werden, so schön sich das auch las. Die Idee mit dem Wallach als Freund für unsere Stuten haben wir aber bis heute nicht verworfen.

Was es zum Pferdekauf heute zu berichten gibt, das erzähle ich Euch auch noch, denn auch da hat sich viel verändert, seit ich zum ersten Mal ein Pferd gekauft habe.
Aber nun bin ich müde und mache für heute Nacht hier Pause .. es geht bald weiter mit der Zeit ab Dezember 2016. Bis denne. Ich schreibe hier morgen früh dann ja nahtlos weiter.

So .. es ist Donnerstag Nachmittag und ich war heute früh schon fleißig und habe Geld verdient. Nun mache ich zur Entspannung aber mal hier weiter und werde erzählen, wie es denn bei uns ab Dezember 2016 weiterging.

Der 1. Dezember erwartete uns mit einem Riesenschreck, denn Jürgens PC lief nicht. Es lag am Treiber, der sich über Nacht verabschiedet hatte. Sowas löst immer Panik aus, wenn man so knappt wirtschaften muss wie wir als Crowdworker und da Texter, die ständig in diesem Staat aufgrund der viel zu niedrigen Regelsätze und Mietobergrenzen mit den paar Freibeträgen, die auch viel zu niedrig sind, ums nackte Überleben kämpfen müssen.

Aber es ließ sich dann schnell lösen, der PC war nicht kaputt, nur der Treiber musste neu drauf und es konnte weitergehen. Dieser kleine Schreck am Morgen des 1.12. zeigt aber deutlich das, was ich in meiner Lebensgeschichte Bilanz ausdrücken möchte, nämlich wie schwierig die wirtschaftliche Lage in Deutschland für Millionen von Menschen geworden ist, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr zu den leistungsfähigsten gehören. Bei uns ist es das Alter und auch erste Krankheiten, die ja mit dem Alter zusammenhängen. Bei anderen Menschen sind es auch in jüngeren Jahren oft Krankheiten und andere wiederum sind von vornherein aufgrund von angeborener Dummheit oder anderen Problemen von vornherein nicht in der Lage, wirklich Leistung zu bringen. Aber auch die wollen leben und das sollte sich diese Regierung doch mal vor Augen halten. Und auch die gehen zur Wahl, by the way, und dürfen das auch.

Anfang Dezember war es relativ kalt und frostig, aber Jürgen und ich waren relativ guter Dinge .. wir konnten uns mit weniger Stress als im Frühling und Sommer sowie Herbst davor ganz gut durchwursteln und hatten auch relativ wenig Stress.

Und ans Rechnen haben wir beide uns längst gewöhnt. Ich werde darüber meckern, solange ich noch in der Lage bin, diesen und unsere anderen Blogs zu bearbeiten und den Mund aufzumachen.

Andererseits sind Jürgen und ich uns inzwischen aber auch einig darüber, dass nackter Rassenhass und krass rechte Denkweisen nicht das sind, was wir beide wollen.
Ines hatte auf ihre negative Art schon lange einen nicht eben guten Einfluss auf den Jürgen .. und wieich im vorigen Teil von Bilanz dann ja erzählt habe, gab mir sein Bruder, weil ich mich genau deshalb, dass Ines immer wieder meinem Jürgen zunächst die AfD so schmackhaft machte, an der mir persönlich nur ihr Ansatz vom Baurecht für Weidehütten gefällt, aber sonst eher nichts, dann mal die Mühe gemacht habe, mir diese Partei genauer anzuschauen und auch darüber zu schreiben, was die denn so wollen, auch noch die Schuld. Die hatte ich aber gar nicht. Ohne den Einfluss von Ines auf Jürgen, die Wochenende für Wochenende meinen Mann bestichelte, er müsse auch unbedingt AfD wählen, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, mir das genauer durchzulesen, was die vorhaben. So aber ja. Schließlich nehme ich meinen Ehemann durchaus ernst, auch wenn er eine andere Meinung vertritt als ich.

Heute ist das Gott sei Dank anders. Ines schwenkte schließlich von der ja noch nur rechtsliberalen AfD zur rechtsradikalen NPD und das war dann auch Jürgen zu viel .. und es war er, der diesem Spuk ein Ende machte, nicht ich.

Ohne eine immer nur laut jammernde Ines im Rücken, die eigentlich nie wirklich gearbeitet und auch keine Kinder groß gezogen hat, sondern immer nur von den Sozialleistungen dieses Staats profiziert, ohne jemals was eingezahlt zu haben ganz anders als ich oder Jürgen, kriegte ich meinen Mann und seinen eigentlich ja eimmer vorhandenen gesunden Menschenverstand auch wieder zurück .. und bin wirklich sehr froh darüber.

Damals ging es auf Weihnachten zu. Jürgen und ich haben gearbeitet wie die Büffel .. ich hatte einen Großauftrag von einem Stammkunden bekommen, der alles noch bis Silvester brauchte, also sehr viel zu tun und der Jürgen hat auch alles getan, damit Geld fürs Weihnachtsfest in die Kasse kommt.

Ines war genauso mutterseelenalleine wie wir, denn von unseren Kindern hat sich klar wie immer keins zu Weihnachten angesagt gehabt.

Tja .. und wir hatten alle das Bedürfnis, ein wenig zu feiern .. damit das überhaupt möglich war, habe ich die Möglichkeit genutzt, diese vielen schwierigen Aufträge zu bearbeiten und Ines zwei Weihnachtstage eben zum Essen eingeladen.

Das hört sich wenig an .. aber das ist in der finanziellen Lage vieler Menschen in diesem Staat .. und das sind Millionen .. schon sehr viel. Genau genommen wüsste ich gar nicht was tun, sollten meine Kinder und Enkel und Jürgens womöglich auch tatsächlich mal alle zu Besuch kommen .. wir könnten sowas ja gar nicht finanzieren .. oft reicht ja nichtmal das Benzin, um jemand zu besuchen, selbst wenn der in der Nähe wohnt .. und ein Auto zu unterhalten ist ja schon Luxus pur.

Tja .. Blanka .. ich vermisse oft jetzt ihr Gemecker in der Küche … es ist so still ohne unsere alten Meckerkatze, die mich immer auf Trab gehalten hat, damit sie alles kriegt, was sie braucht .. und nun ist sie tot und sie fehlt uns beiden, auch wenn wir uns sagen, 26 Jahre ist ein stolzes Alter, was sie doch noch erreicht hat.

Tja .. Weihnachtseinkauf .. war schon toll, doch mit jemand Weihnachten feiern zu können, Ines krasse politische Ansichten hin oder her.

Wir haben uns Weihnachten 16 gefreut, dass sie unser Gast war und wir das auch bezahlen konnten.

Ich hab lecker gekocht, denn ich koche ja gern .. und Ines hat selbst schuld, wenn sie dieses Jahr nicht mehr dabei sein wird … aber auch wenn ihr ständiges Gejammer und das Hochjubeln der AfD ja noch zu tolerieren war … die Hass-Attacken auf alle Asylanten, die der Kontakt mit der NPD bei ihr hervorgerufen haben, waren schließlich doch zu viel … das brauche ich nicht und würde vorziehen, dann lieber Weihnachten 17 mit Jürgen ganz alleine zu feiern als unter solchen Umständen. So gern wie ich auch koche und so gern wie ich mein Leben lang eigentlich Gäste bewirtet habe.

Ich hab so konventionelle Dinge wie Grünkohl oder Entenbraten gemacht und mich gefreut, dass ich das hab bezahlen können, auch wenn ich mir vorher dafür wochenlang die Finger wundgeschrieben habe, denn ohne diesen Einsatz wäre das nicht gegangen.

Und ich finde das sehr schlimm, dass unsere Regierung leider nach wie vor nicht sieht, was in ihrem ach so reichen Land eigentlich los ist, wo trotz der Milliarden von Mehreinnahmen und dem steigenden Reichtum bei den oberen 10 % die Mehrheit aller Menschen immer ärmer wird.

Nur …in meinen Augen ist es eben nicht die Wahrheit, dass daran nun die Asylanten schuld sind … die Wahrheit ist einfach, dass es eine Umverteilung geben müsste, von der alle weiter unten profizieren könnten .. die Einheimischen und sogar die Asylanten .. denn das wäre sicherlich bezahlbar und auch sozial.

Gott sei Dank befindet sich inzwischen die AfD wieder in einem gewissen Abwärtstrend und ist schon lange nicht mehr mit zweistelligen Ergebnissen bei den Landtagswahlen dabei .. aber dabei ist sie halt noch.

Ebenfalls zu Weihnachten tauchte dann auch spontan am Zaun zur Weide eine junge Frau bei uns auf und fragte, ob ihre Tochter bei uns bei den Pferden dabei sein könnte. Es gab auch noch einen kleineren Bruder und sogar eine Hündin, mit der sich unser Boomer gut vertrug.

Die Idee, genauso spontan wie sie fragte dazu ja zu sagen, war nicht gut, obwohl die Familie im Prinzip sehr nett und auch hilfsbereit war. Die Probleme zeigten sich aber erst ein paar Wochen später.

Silvester war Ines nicht bei uns .. obwohl ich sie hätte einladen wollen .. vermutlich weil sie kurz vorm Ersten immer ihre Sozialhilfe da hat und nicht in Finanznot ist …ja so realistisch sehe ich diese Beziehung nämlich leider auch inzwischen .. man lernt sich ja kennen, wenn man sich so häufig sieht.

Sie kam aber nachts mit, um auf die Pferde aufzupassen, was sie Besitzerin unserer Gaststute auch tun wollte, aber natürlich nicht tat. Aber nun ja .. die ist nicht wirklich erwähnenswert, sie war nicht lange da und ist gottlob weg.

Wir feierten ein wenig am Koppelrand weiter, waren guter Dinge .. und die drei Hoppas haben sich eigentlich ganz gut benommen, obwohl die Raketen von Preetz und Klein-Kühren aus immer abwechselnd in die Luft flogen und die drei dann mal zur einen und dann wieder zur anderen Seite der Weide liefen je nachdem, wo das Geballer nun mehr oder weniger war.

Und ich bin da mal wieder Auto gefahren nach langer Zeit, damit Jürgen was trinken konnte … und es ging super.

Auch am Neujahrstag war bei Tageslicht bei den Pferden alles okay ..nur ein kleiner Zwischenzaun umgerannt worden .. klar war auch da noch immer nichts von der Besitzerin der Gaststute zu sehen … es gibt halt Menschen, die nutzen andere einfach nur aus. Und die gehörte definitiv dazu. Aber sowas passiert halt.

Ich hab auch Neujahr nochmal ganz lecker für Jürgen und mich gekocht … egal ob Geld knapp ist oder nicht, ab und zu muss auch sowas mal sein.

Tja .. so lecker kann ich kochen, wenn ich mal wieder viel zu viel Geld ausgegeben habe, was ich dann an den Folgemahlzeiten logisch irgendwann wieder einsparen muss.

Und genau das dürfte, so finde ich, in einem reichen Land wie Deutschland, ganz bestimmt nicht an der Tagesordnung für Millionen von Menschen sein … ist es aber.

Dennoch bin ich froh, dass die meisten Menschen hierzulange dennoch nicht radikal wählen, denn das würde sicher alles nur noch schlimmer machen. … Ich mache jetzt wieder mal ein bisschen Pause hier .. denn dieser Teil von Bilanz wird lang werden ..es geht bald weiter mit dem Heuholen am 3. Januar 17 bei Regen … so ist halt unser Alltag als Hobbypferdehalter .. aber ohne diese Pferde wäre unser Leben traurig und leer. Der Mensch braucht einfach was zum Liebhaben und Versorgen als soziales Wesen, sonst stirbt er. So sehe ich das eben.

Tja .. bin für ein Weilchen wieder da, um hier weiterzuschreiben und meinen nächsten Teil von Bilanz fertigzumachen.

Oben fressen zwei klatschnasse Pferde und daneben eines, das wir zu der Zeit auf unsere Kosten mitgefüttert und versorgt haben, gemütlich ihr Heu und ein ebenso klatschnasser Jürgen ist gerade dabei, ihnen die nächste Portion Heu, die wir gerade gekauft hatten, sicher zu verpacken. Zu der Zeit haben wir noch für 3 Euro pro Ballen das Heu sehr teuer bei einem alten Bauern um die Ecke eingekauft.

Am 5. Januar passierte uns dann das erste größere Pech 2017. Als Jürgen hier bei Schneegrieselwetter die Sachen für die Pferde ins Auto einpackte, wussten wir noch nicht, dass er auf dem Weg in den Stall zwei Radfahrer übersehen und einen leichten Unfall bauen würde .. nur beim Anfahren vom Ragniter Ring in die Kührener Straße. Es ist nicht viel passiert, aber die zwei waren auf dem Heimweg von der Arbeit und einer fiel dann doch mit seinem Fahrrad dabei hin, weil Jürgen ihn leicht angeschubst hatte. Die Polizei kam und das alles wurde doch recht teuer.

Ein Versicherungsschaden entstand uns zwar nicht oder zumindest haben wir bis heute nichts davon gehört, denn gemeldet habe ich den Schaden der Versicherung ja, so dass ich vermute, es wird wohl auch nichts mehr davon kommen.
Aber weil die Polizei da war und so ein Moment der Unaufmerksamkeit dann zu den Straftaten gehört, die ziemlich teuer werden können, stottern wir gerade mit 10-Euro-Raten im Monat die Strafe in Höhe von 148,50 Euro dafür ab und außerdem stellte Jürgen dann noch zu unserem Schreck fest, dass sein Führerschein weg war.

Wer weiß, wie lange der schon nicht mehr in Jürgens Portemonnaie war. Vermutlich ist er irgendwann mal bei irgendeiner seiner Ex-Freundinnen geblieben und Jürgen hat das nie gemerkt.
Nun ja … mir hat man mal den Führerschein in Roskilde/Dänemark samst Ausweis geklaut. Ich habe Jürgen also beruhigt und gesagt, den kriegt er schon wieder, meinen habe ich damals ja auch wieder bekommen. Aber auch sowas kostet Gebühren. Nur Jürgens Führerschein dann zusätzlich zu dieser Strafe 34,30 Euro. Auch die stottern wir gerade in Raten ab.

Am 7. Januar hatten wir dann starken Frost und auch noch darauf Eisregen. Wir waren unsicher, ob Jürgen nun weiterhin ohne Führerschein ungestraft Autofahren dürfte, also konnte ich meine Fahrkünste bei diesem gefährlichen Wetter nochmal unter Beweis stellen und schlidderte auch bei Eisregen die Straße sicher entlang. Ich fahre zwar nicht gern Auto, aber schon immer durchaus sehr sicher. Gut heißt das nicht unbedingt, sondern eher vorsichtig. Das habe ich schon immer so gemacht, also seit ich 1972 mal den Führerschein bekommen habe.

Und dann hatten wir auch noch das Problem, dass uns am 12.1.17 plötzlich das Zündschloss kaputt ging und unser Auto nicht mehr ansprang, also hieß es am Freitag, dem 13. erstmal wieder zu Fuß in den Stall laufen.

Und nein … Hilfe durch die Frau, die ihr Pferd bei uns untergestellt hatte, mit ihrem Freund mit dem Auto fuhr, nichts bezahlte und auch nie half .. klar war die dann auch nicht da, obwohl Jürgen es ihrem Freund, der ja unser Nachbar und der Grund für diese Hilfe ist, erzählt hatte, Hilfe durch die war klar keine da.

Hilfe bekamen wir allerdings schon damals. Die Mama der beiden Kinder, die damals ja schon eine Weile mit unseren Pferden rumtüdeln durften, sorgte dafür, dass ihr Mann und sein Bruder Jürgen dabei geholfen haben, unser Auto selbst zu reparieren. Es funktioniert heute noch immer deshalb. Sie hat sich auch lange dann morgens um Wasser und Heu gekümmert als wir nachmittags noch laufen mussten, konnten wir welches bei Ines holen und mussten es nicht von zu Hause bis zu den Pferden ziehen. Das half auch in dieser Zeit.

Und an einem Tag, als Kalli frei und wir das Auto noch nicht heil hatten, hat auch er noch geholfen, das Wasser sogar von Ines bis zur Weide zu bringen.

Die Kühe oben habe ich fotografiert, als ich zu Fuß durch die Feldmark gelaufen bin, das sind englische Jersey-Rinder, die da auch robust gehalten werden wie unsere Pferde oder die Schafe neben uns.







Na ja .. wie Ihr seht, fing für uns das Jahr 2017 mit viel Kälte und Frost und sonstwas an Ereignissen, die immer mal passieren können, aber für Hektik sorgten, dann an.

Unser pferdiger Gast ging dann gottlob nach viel Gemecker von uns am 21.1. weg .. uff.

Und unsere Firma hatte auch Geburtstag und wurde am 22.1.17 fünf Jahre alt und wir konnten so auf unser Jubiläum 5 Jahre „Die Textritter GbR“ anstoßen. Wie doch die Zeit vergeht.


Ende Januar erzählte ich, dieses Pferd ist weg und es geht aufwärts.

Und der Jürgen durfte übrigens auch mit nur bestelltem Führerschein wieder selbst Autofahren, was uns der Beamte bei der Stadtverwaltung so erklärte. Es dauert nämlich Wochen, bis so ein Führerschein neu gemacht bei einem ankommt, aber der Antrag genügt, um wieder fahren zu dürfen, wenn man ihn verbummelt hat.


Tja .. aber was sich damals anfing zu zeigen, waren Ende Januar die ersten Probleme, die sich bei unseren Pferden zeigten und die, auch wenn wir das da noch nicht wussten, mit der doch eigentlich so netten Reitbeteiligungsfamilie zusammenhingen.

Unsere Pferde fingen nämlich da an, laufend wegzulaufen, wenn man sie aufhalftern und was mit ihnen tun wollte .. nur wussten wir zuerst gar nicht, warum sie das taten und gingen nicht davon aus, dass es was mit den Reitbeteiligungen zu tun hätte.

War aber doch so .. aber dazu später. Ich habe dann ja später auch noch was darüber berichtet. Ich mache jetzt mal wieder eine Pause und werde nachher mit dem Februar weitermachen und erzählen, was uns dann alles noch bis heute passiert ist.


 Anfang Februar erzähle ich, dass es draußen feucht und sehr diesig und ungemütlich war, das Wetter Ines auf die Psychie geschlagen war und ich sie sehr mühsam seelisch wieder auf die Beine gebracht hatte.

Weiterhin berichte ich davon, dass wir eine ziemlich hohe Stromnachzahlung bekommen hatten und nun das meiste bis auf einen Rest von 95 Euro davon schonmal abgezahlt gehabt hätten. Tja … alleine mit der Stromerhöhung dadurch war schon mehr als die letzte Regelsatzerhöhung für uns beide jeden Monat futsch .. was sind schon 4 Euro pro Person im Monat, das ist nichts … und das ist seit Jahren ja jedes Jahr das Gleiche, dass die Regelsatzerhöhung pro Kopf nicht ansatzweise genug ist, um auch nur die Preiserhöhungen von Vorjahr auszugleichen .. und so kann man sich eben Jahr für Jahr weniger leisten .und dann wundern sich diese Politiker, dass manche Leute inzwischen schon so verzweifelt sind, dass die für nur ein paar Euro mehr glatt über Leichen gehen würden. Tja .. Hunger macht leider wütend.


An dem Tag habe ich auch erzählt, dass unser Reitmädel da war, aber Chiwa ihr samst Zaumzeug schon aufgezäumt dann ausgerissen und bis auf die untere Weide gerannt ist … Prima immer mit, aber dass es da noch halbwegs ging, beide Pferde wieder zufassen zu kriegen, nach oben zu führen und die Lütte dann auch auf Chiwa hatte reiten können.

Ich vermute, wäre meine Tochter Esther dabei gewesen, dass sie mit ihrer Erfahrung als Reittherapeutin schon da gesehen hätte, was los ist .. wir halt nicht.

Zunächst mal waren wir da beide einfach nur etwas verwundert über das Verhalten unserer beiden Pferde, denn auch Prima, mit der an dem Tag nun gar nichts gemacht werden sollte, verhielt sich total aggressiv .. heute weiß ich, sie hat versucht, ihre kleine Ponyfreundin zu beschützen .. aber so leicht ist das eben nicht immer sofort, ein Pferd und sein Verhalten auch gleich richtig zu verstehen.


Am 3.2. hatte der Jürgen Geburtstag, aber gefeiert haben wir den noch nicht, sondern nahmen uns dann vor, wir könnten ja seinen und auch gleich den von Kalli, der Sternzeichen Fisch ist, später gemeinsam mit einem schönen Grillabend bei den Pferden feiern.

Kalli war jetzt oft gemeinsam mit Ines bei uns bei den Pferden und ich merkte, wie gern sich Jürgen mit ihm unterhält.


Ich berichte da dann auch, dass ich unseren Ex-Vermieter wegen der Rückzahlung der Betriebskosten für 2015 zigmal umsonst selbst gemahnt hatte und nun über das zentrale Mahnbericht Schleswig einen offiziellen Mahnbescheid an ihn rausgeschickt und dafür auch Prozesskostenhilfe bekommen hatte.

Inzwischen liegt das alles ja beim Amtsgericht Plön und dieser Ex-Vermieter verzögert den Prozess damit, dass er immer wieder 14 weitere Tage Aufschub beantragt, weil er noch nichts sagen könnte.


Ich fotografiere ja nun sehr viel. So fotografierte ich uns auch am 10. Februar mal wieder beim Heufahren und man sieht auf diesen Fotos sicher sehr deutlich, dass unsere Pferde ganz sicher nicht halb verhungert waren, sondern recht gleichgültig dabei waren, wie Jürgen das Heu hoch gebracht hat.
Das sollte am kommenden Tag wichtig werden, denn schon wieder hatten wir da einen Anruf vom Kreisveterenäramt auf dem Anrufbeantworter, unsere Pferde wären ja halb verhungert, es hätte uns schon wieder einer da angeschmiert.


Ich habe daraufhin der Amtstierärztin einfach einige der Fotos vom Heufahren per E-mail geschickt und ihr geschrieben, darauf könnte sie selbst sehen, wie „halb verhungert“ denn unsere Pferde wären.

Ob uns da nun schon wieder diese Stalkerin von Vorjahr oder aber die gerade von uns raus geschmissene Eigentümerin dieser Gaststute oder vielleicht sonst irgendeiner jener Spaziergänger angeschmiert hat, die denken, wenn Pferde nicht 24 Stunden am Tag Heu fressen, dann verhungern die .. ich habe keine Ahnung. Auf jeden Fall kriegten wir zur Antwort, die Pferden würden ja toll aussehen und wären sicher nicht halb verhungert und die Amtstierärztin müsste nach diesen Fotos bestimmt nicht raus kommen. Dennoch ist sowas immer wieder ärgerlich.


A, 16. Februar besuchte uns Anke und machte uns den Vorschlag, ob wir nicht später den Wallach, der mit zu unseren Stuten kommen soll, gemeinsam halten könnten, sie als Reitbeteiligung.

Als sie mit bei den Pferden war, erlebte Anke mit, wie schwierig es war, Prima überhaupt noch einzufangen und ich merkte, die Chemie zwischen unseren beiden potentiellen Reitbeteiligungen würde nicht stimmen. Die neue Reitbeteiligungsfamilie war nämlich auch da und alle Schwierigkeiten gut zu erkennen, die nun immer mehr wurden. Noch dachten wir aber nach wie vor, es wären laufend Fremde auf der Koppel und die Pferde würden sich deshalb so seltsam verhalten, weil die ihnen Angst machen.


Tja .. und nur einige Tage später machten wir den Pferden das schmale Weidestück oben auf und ich erlebte mit, dass unsere Reitbeteiligungsfamilie keinerlei Verständnis dafür zeigte, dass Chiwa da natürlich sofort gemeinsam mit ihrer Prima grasen und nicht geritten werden wollte.

Ich riss mich zusammen, aber war innerlich sehr wütend, weil mir dämmerte, dass keiner aus dieser Familie begriffen hatte, wir haben zwei alte Gnadenbrotpferde und keine Reitschulponys zum Rumjuckeln und jede Form von Empathie unseren alten Pferden gegenüber offensichtlich fehlte. Ich sagte nichts. Jürgen sagte auch nichts. Später haben wir uns darüber unterhalten, dass wir beide das gleiche ungute Gefühl hatten, als wir das miterlebt haben, aber keiner sich traute, dieser ja davor so hilfsbereiten Familie nun ins Gesicht zu sagen, so war das aber nicht gedacht, als wir ja dazu gesagt haben, sie dürfen unsere beiden Gnadenbrotpferde mit betüdeln. .. und oben rechts den Lenny hatten wir uns nun ja auch schon angeschaut, der jünger und noch reitbar sein sollte und freuten uns darauf, dass er am 1. April 17 bei uns einziehen sollte. … Aber das sollte ein ganz übler Aprilscherz werden, der Bauer hat ihn nie vorbei gebracht wie abgesprochen. Nun ja .. Shit happens.


Das nächste Problem erwartete uns, als wir die nächste Portion Kleinballen Heu holen wollten, denn unser alter Heubauer, der ja schon 91 Jahre alt ist, war im Krankenhaus gelandet und der Mann, der den Schlüssel für die Heuscheune hatte, erklärte uns dann, er hätte sein gesamtes Heu an einen anderen Bauern verkauft.

Und das mitten im Winter. Tolle Wurst, denn die Hoppas hatten Hunger und unsere Winterweide zwar klar ein wenig Bewuchs, aber das reichte ja nicht wirklich aus.

Nun ja .. wir fanden nach diesem Schreck dann doch recht zügig einen anderen Heulieferanten, der sehr gutes und viel günstigeres Rundheu hat. Das haben wir dann bis zum Frühling verfüttert und werden bei ihm nächsten Winter auch weiter einkaufen. Wir sparen so über die Hälfte der davor ausgegebenen Heukosten ein und haben weniger Arbeit, denn dieses Heu wird bequem geliefert und wir müssen es nicht mit dem Auto selbst holen.

Ansonsten ging es los, dass ich wieder und wieder erzählte, wie wir versuchten, mit der Tatsache fertigzuwerden, dass Prima zunehmend mehr kopfscheu wurde …mal war es besser, mal schlechter .. immer hin und her .. es stahl uns unsere Zeit, in Ruhe die Arbeit auf der Koppel zu machen und unsere Nerven dazu. Und wir fragten uns nach wie vor, was in Gottes Namen ist denn der Grund dafür?

Was schön war, unsere Unterstände erwiesen sich als praktisch .. bei Sturm waren sie gut zum Füttern geeignet .. ohne Sturm nahmen wir dazu die natürlichen Mulden auf der Weide .. und die Pferde nahmen sie beide gut an .. und sie erwiesen sich als sehr windresistent und haben jedem Sturm standgehalten im letzten Winter.

Ende Februar verlief abgesehen von den Problemen mit ständig flüchtenden Pferden sehr ruhig. Ich berichtete über das April-Wetter im Februar, was uns mit Sonne, Hagel, Regen, Sturm und wunderschönen milden Stunden stündlich neu überraschte.


Hier zum Beispiel hatten wir uns bei einem Hagelschauer, der nur Minuten dauerte, aber echt heftig war, alle zusammen mit den Pferden unter die Unterstände geflüchtet.


Kurz nach diesem Hagelschauer schien dann wieder die Sonne .. und später entdeckte ich noch die ersten Wildkräuter. Das Foto links ist nur eines von vielen davon.


So wurde es dann auch März und ich freute mich einfach über die schönen Blumen in den Gärten.

Und ich versuchte, durch viel Bürsten zu erreichen, dass unsere Blanka nicht so strubbelig aussah, aber es wurde dennoch zunehmend schlimmer damit.

Tja .. nun lebt Blanka nicht mehr und Jürgen und ich vermissen unsere alte Katze sehr.

Ich machte Mamas Grab schön, hatte schon da meine Zweifel, ob das mit dem Kauf von Lenny nicht ein übler Scherz wäre, weil auch schon nach dem ersten Besuch dort unsere Gespräche eine Weile ins Stocken kamen …und übte und übte genauso wie Jürgen mit Prima wieder und wieder das Aufhalftern, was früher ja kein Problem gewesen war.


Das Wetter wurde schöner, wir machten einen Spaziergang in der Nähe unseres früheren Stalls und bemerkten, was für ein Glücksgriff in Bezug auf guten Boden doch unsere neue Pachtweide ist.

Tja .. und wir freuten uns über die kindliche Freude unserer Reitbeteiligungskinder ohne zu merken, wie sehr das unseren beiden Pferden schon seit Wochen schadete .. suchten immer noch die Ursache für das komische Verhalten der Pferde woanders.


Während ich diese Fotos von immer mehr Frühlingsboten in den Gärten zeigte, erzählte ich, dass Jürgen und ich wie die Blöden am Tippen waren, denn die Leute von Lenny hatten sich nun doch gemeldet und er sollte am 1. April bei uns einziehen … trotz Nachzalung für Strom sollte also der Kaufpreis da sein.

Tja .. wir haben das auch geschafft, das Geld für ihn bis zum 1.4. zusammenzutippen und zusammenzuhungern … das Pferd wurde dann aber trotzdem nicht gebracht .. das war eben ein gar nicht witziger Aprilscherz.


Ines gehörte nach wie vor zu unseren Wochenenden, die Pferde fingen an zu haaren und ich schrieb darüber, dass es bei 7 Grad plus in dicken Flocken geschneit hatte, der Schnee aber nicht liegengeblieben war.

Und ich freute mich darauf, Lenny nochmal besuchen zu fahren, bevor er bei uns einziehen sollte. .. Das taten auch alle, die mit uns öfter bei den Pferden waren .. und alle waren genauso enttäuscht wie wir, als es dann doch nicht klappte.


Tja .. der Frühling kam mit Riesenschritten, für Lenny war alles fertig und das Geld da.

Und wir fuhren ihn auch nochmal besuchen.

Wenn sowas dann nicht klappt, das tut schon weh.


Und im Stall bei uns ging es damit weiter, dass unsere Pferde laufend wegliefen und sich nicht mehr anfassen lassen wollten.

Auch an dem Tag, als wir morgens bei Lenny gewesen waren, hatten wir nachmittags das Problem, als unser Reitmädel vorbeikam.

…..

Das war Abschnitt a … morgen weiter mit dem gleichen Teil von Bilanz, aber Abschnitt 6.

Ursprungslink (ganz): http://unserelebensgeschichte.blogspot.com/2017/06/bilanz-mein-leben-in-einem.html


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s