Unsere Prima – Teil 4

Eine lange Wanderschaft mit Jürgen und mir

Ich setze nun meine Geschichte über Prima bei uns mit den letzten Bildern aus dem Herbst 2007 fort, als wir noch bei Esther auf ihrem Reiterhof waren.

Rechts seht Ihr vorn im Bild Nixe und dahinter Prima noch gemeinsam in einer Herde. Unten dann nebeneinander Reno und Prima.

Bald darauf würden wir nicht mehr da sein. Ein Traum von mir ging in Scherben zu Boden, als das passierte.

Links seht Ihr Chiwa ganz vorn und dahinter die Herde bei Esther. Irgendwo hinten eins von den braunen Pferden ist Prima.

Oben Esther mit Hopi, der Esther erst kurz vor unserem letzten persönlichen Treffen im April 16 an einem Bruch des Ellenbogens gestorben ist .. damals bei einer Trail-Vorführung bei ihrer wunderschönen Reitershow.

Rechts Esther und die Frau, die später Reno gekauft hat, mit Filia und Reno bei der gleichen Reitershow.

Oben seht Ihr Sunny, den Esther erst vor ein paar Monaten verkauft hat .. er war noch gesund und munter, als sie das tat, weil er für Raphael zu klein geworden war und noch einem Kind Freude machen sollte.

Links Filia, die zur gleichen Zeit verkauft wurde wie Nixe und Reno, nämlich irgendwann 2011.

 Oben und rechts mehr Show-Eindrücke von dieser letzten Show, die ich damals mitbekommen habe. Stolzer als ich könnte keine Mutter auf ihre Tochter gewesen sein, als ich es damals war. Sie hat das alles so toll gemacht. Ich durfte es leider nur dieses eine Mal miterleben.

Unten Max .. auch er wurde 2011 damals verkauft, als Esther gezwungen war, sich von vielen ihrer Schulpferde zu trennen.

Links Esther bei den Vorbereitungen für ihre Show bei einer Reining auf Hopi.

Unten mein Enkel Raphael bei der gleichen Show auf Max beim Voltigieren.

Rechts auch nochmal Max .. mein Enkel Raphael sitzt vorn als Indianer.

Unten bin ich an diesem Showtag am Getränkestand.

Ganz unten dann Esther und Filia.

Tja …ich will die ganze Geschichte, die zu diesem unseligen Streit geführt hat, hier nicht wieder aufwärmen. Ich habe es irgendwo sicherlich schon erzählt. Es ist vorbei und lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Es wäre inzwischen ohnehin vorbei, denn Esthers Reitschule und Pensionsstall gibt es nicht mehr.
Jürgen und ich gingen ungefähr im Oktober 2007 tottraurig zunächst mit Chiwa und Prima hinüber auf eine große Wiese ganz in der Nähe von Esthers Reitschule, die sich auf dem Gelände einer Gärtnerei befand, wo ich damals einen Job hatte. Es war nur eine Übergangslösung.

Von der Gärtnerei aus zogen Jürgen und ich über Winter in einen Pensionsstall nach Klein-Barkau. Wir bekamen dort aufgrund der Situation, dass zu selten ausgemistet wurde und man es selbst nicht machen konnte Probleme mit Strahlfäule und zogen im Frühling darauf, also 2008 dann in einen Stall nach Boksee.

In diesem Stall in Boksee waren wir recht lange, bis ich irgendwann zu deutlich sagte, dass ich mir Sorgen machen würde, weil zu oft die Zäune defekt waren und die ganze Herde ausgebrochen und auf der Straße rumgelaufen ist .. da flogen wir dann wie das so ist spontan raus, weil es die Stallbetreiberin nicht vertrug, kritisiert zu werden.

In diesem Stall hat Jürgen nach 8 Jahren Pause wieder begonnen, Chiwa zu reiten und sogar versucht, auf Prima zu reiten .. aber das klappte nicht dauerhaft.
Dass Prima unberechenbar ist und wenn sie ihre Reiter abwirft, dass das auch richtig gefährlich wird, das haben wir damals beide miterlebt.
Danach ist Jürgen Prima nie wieder geritten, machte aber lange auf Chiwa gute Fortschritte.

Es war im Januar 2011, als wir in den zweiten Stall in Boksee wechselten. Meine Mutter war nach einem Beinbruch inzwischen im Rollstuhl gelandet und ein schwerer Pflegefall geworden. Der Bauer, der uns aufnahm, sagte mir damals, es sei okay, wenn es Probleme geben könnte, wenn mir meine Mutter irgendwann sterben würde und spontan das Pflegegeld wegfiele und ich dann erstmal sehen müsse, wie es weiterginge mit den Pferden. Ich habe nämlich sehr ehrlich mit dem Mann geredet. Es war nur gut, solange ich immer pünktlich zahlen konnte.

In der Zeit, als wir noch in diesem Stall in Boksee waren, besuchten wir noch ein letztes Mal mit meiner Mutter im Rollstuhl Esther .. rechs mit Jumper, der ihr sehr jung an einer extrem schlimmen Entzündung in einem Huf gestorben ist, weil er auf einem Stein gesprungen war und sich dabei so unglücklich verletzt hatte, dass es nicht mehr heilen wollte. Esther hat schon viele schlimme Dinge rund um die Pferde erleben müssen.

Oben Super Nova, damals nach einem Unfall schwer krank .. Esther hat sie heute noch und geht mit ihr auf Turniere. Super Nova ist das einzige Pferd, das Esther geblieben ist.
Links Nixe, die damals noch Esther gehörte.

Oben Jürgen, meine Mama und Esther bei diesem Besuch.
Rechts Jürgen und Reno.
Ich habe Esther danach erst Ende April 16 wiedergesehen. Eine lange Zeit. Sie war da, als ich sie brauchte, aber es ist nichts mehr wirklich so, wie es mal war. Meine frühere Familie muss ich unter Vergangenheit ablegen und froh sein, wenn ich sehr selten Kontakt zu dem einen oder anderen der Kinder habe und so überhaupt erfahre, ob sie noch leben .. mehr nicht.

Am 29.09.11 starb meine Mutter.
Zeit zu tauern hatte ich nicht. Wir hatten so viele Probleme finanzieller Art danach, dass ich oft glaubte, verrückt zu werden in dieser Zeit. Irgendwie haben wir es geschafft.
Die Pferde überlebten mit der Hilfe eines alten Kinderfreundes, der zu der Zeit in Frankreich wohnte und vorübergehend ihren Stall bezahlt hat. Der 2. Bauer in Boksee hätte nicht gezögert, die Pferde zu verkaufen.

Jürgen und ich waren damals gar nicht lange in finanziellen Schwierigkeiten, nur von Ende September 2011, direkt nach dem Tod meiner Mutter bis Ende November 2011, weil ich zunächst durch einen 1-Euro-Job wieder etwas Luft bekam und Jürgen und ich dann auch bald Ende Dezember 2011 unsere neue Tätigkeit als Texter fanden, die wir heute noch ausüben.
Aber so ist das nunmal in Pensionsställen .. wie man sich wiederum fühlt, wenn man ein Pferd mit durchbringen muss, dessen Eigentümer  nicht bezahlt, haben Jürgen und ich erst jetzt selbst einmal erfahren …die Umstände waren allerdings da etwas anders .. ich glaube, in unserem Fall hat uns da jemand von vornherein gar nicht bezahlen wollen … wir konnten damals wirklich einmal zwei Monate lang nur deshalb dann für beide zahlen, weil uns dieser Freund half, sonst hätte das Geld in diesen beiden Monaten nur für eins der Pferde gereicht.

Ich kann sehr nachtragend sein .. und ich glaube, der Jürgen kann das auch, wenn uns jemand wirklich weh getan hat.
Wir sind in diesem 2. Stall in Boksee zwar noch bis Ende Mai 2012 geblieben, aber haben nach dieser Phase begonnen, einen Stall in unserer Nähe zu suchen, den wir auch zu Fuß erreichen können, sollte mal etwas mit dem Auto nicht in Ordnung sein. 

Wir gingen von Boksee über den Juni 2012 mit Chiwa und Prima nach Dinghorst.
Es sah dort aus wie in einem kleinen Paradies, aber dieser Eindruck ist trügerisch. Was uns die Stallbetreiber nicht gesagt hatten war, dass dort außer Chiwa und Prima hinter ziemlich wackeligen E-Zäunen ein Hengst mit seiner Stute stand. Der ist in diesem einen Monat auch mehrmals ausgebrochen.
Wir sind dort deshalb fluchtartig weg. Inzwischen gibt es diesen Pensionsstall unter diesen Stallbetreibern dort nicht mehr … irgendjemand anders hat es gepachtet.
Was wir mit Prima und Chiwa ab Juli 2012 dann von Dinghorst aus erlebt haben, werde ich Euch im nächsten Teil bald erzählen.
Nun bin ich aber müde.
Nachti Renate

Ursprungslink: http://pferdeunserestolzenfreunde.blogspot.com/2017/01/unsere-prima-teil-4.html

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