Unser Thunder – Teil 3 – Abschnitt b davon

Die letzten Monate seines Lebens und ein plötzlicher Abschied für immer

Nun geht es weiter.

Damals wussten weder Jürgen noch ich, dass wir es nicht mehr rausfinden würden, warum Thunder diese Locken auf dem Rücken im Winter bekommen hat.
Er hat sonderbare Papiere, aber wir konnten nicht ermitteln, ob er möglicherweise gefälschte Papiere hat oder gar als schwerkrankes Schlachtpferd illegal über zig Umwege zu seiner Vorbesitzerin kam, die ja auch nicht viel über ihn wusste, ihn auch nicht lange hatte und nach einem Vierteljahr an uns weiterverkaufte. Er wurde ihr von weit her gebracht. Sie sollte ihn auch nicht selbst dort abholen, ist ihr gesagt worden. Sie erzählte uns, dass sie viel Geld für seinen Transport bezahlt hätte, er davor abgemagert in einem Kuhstall gestanden hätte und nur genug Futter bräuchte, um sich wieder zu erholen. Sie kaufte ihn als reitbar und uns nur noch als bedingt reitbar weiter, weil er eben wirklich reitbar gar nicht mehr war. Nun suchten wir ja auch nur einen Beisteller, der keine Höchstleistungen als Reitplferd mehr vollbringen sollte, sondern wo Jürgen sich nur drüber freuen würde, mal ab und zu einige Minuten mit diesem Pferd zwischen den beiden Stuten auf unserer Koppel zu reiten .. und das konnte Thunder zu Anfang auch durchaus vertragen, so dass wir wirklich dachten, wenn wir ihn gut füttern, kriegen wir Thunder wieder hin. Da er zunächst auch bei uns zugenommen hatte, waren wir da sehr zuversichtlich. Eins ist sicher. Die Frau, die uns Thunder verkauft hat, wusste sicherlich nicht mehr, als sie uns erzählt hat. Die halten wir für ehrlich. Es wäre aber denkbar, dass ihr nicht die Wahrheit über Thunders wirkliche Herkunft gesagt worden ist. Leider ist das heute ja vielfach so und der Handel mit alten, kranken und wirklich totkranken Schlachtpferden blüht besonders bei Facebook, aber auch anderswo. Wirklich rausfinden lässt sich das aber auch über Thunders mehr als sonderbare Papiere, die nicht vollständig ausgefüllt sind und auch nicht zusammenpassen, leider im Nachhinein nicht mehr. Nachdenklich wurde Jürgen später in besagter Facebook-Diskussion, wo sich auch M. S. so gemein uns gegenüber hervortat, weil er da eine Bemerkung von jemand fand, der sagte: „Ach da ist Thunder jetzt also geblieben.“ Sowas macht einen natürlich dann hellhörig. Warum er gesucht worden ist, haben wir aber dann auch nicht mehr ermitteln können.

Der erste Schnee blieb ein paar Tage liegen, taute dann aber nach und nach allmählich wieder weg.

Mitte Dezember gab es sogar sonnige Tage und Jürgen konnte die Pferde mal wieder alle gründlich striegeln, während ich am Abäppeln war.
Und Thunder wirkte auch da noch genauso gesund wie es Prima und Chiwa taten.

Dass jemand ununterbrochen hinter uns rumnervte, war uns klar. An einem einzigen Tag regnete es in unsere Unterstände rein, weil ein Sturm von der anderen Seite gekommen war .. sofort war das Vet-Amt da zum Schauen .. es hatte schon wieder einer dort angerufen. Es ist schon eine „tolle Leistung“, einen Facebook-Mob auf Menschen zu hetzen, die mal jahrelang Freunde und für einen da gewesen sind. Wir werden uns bei Gelegenheit „bedanken“.

Auch ca. Mitte Dezember fand ich mitten auf der Koppel beim Abäppeln eine leere Tequila-Flasche und habe mich gefragt, wie die da hingekommen ist .. wer trinkt mitten im Winter Tequila zwischen einer Gruppe Pferde ???
War schon komisch, zumal die da nicht lange gelegen haben kann, denn ich habe ja die Weide täglich abgeäppelt und hätte sie sonst sicherlich finden müssen, weil ich jeden Weidebereich alle paar Tage wieder durchstreift habe.

Hier hatte Jürgen den drei den Streifen unten hinter dem Teich zum Abgrasen aufgemacht.
Selbst immer wieder frisches Gras hatten die Pferde zur Verfügung, bis es dann passierte, dass Thunder plötzlich so krank wurde. Ende Dezember ging es ihm aber wie Ihr hier sehen könnt, genauso gut wie seinen Stuten.

Jürgen und ich sind allmählich müde .. so einen Text fertigzumachen, das dauert immer seine Zeit, weil ich mir vorher alle Beiträge durchlese, woraus ich ihn zusammenstelle.

Da besuchten uns am 20. Dezember drei Schmusepferde bei der Arbeit unten.

Dass eines davon jetzt im Himmel ist, wir beide haben lange gebraucht, um das innerlich überhaupt zu erfassen. Uns ist noch nie im Leben ein Pferd gestorben, Thunder war das erste.
Aber hier ging es ihm noch gut.
Morgen mache ich hier weiter. Bis dann.

Auf den beiden Fotos oben beobachten die drei Pferde die Kindergruppe des Waldkindergartens, die da wohl Weihnachtsfeier hatten und mit Gesang und viel Lärm in der Nähe waren.

Thunder hatte seine Rolle als Herdenchef neben Prima und Beschützer von Chiwa als der gemeinsamen Herde voll angenommen und sich so super in diese kleine Herde integriert. Wir freuten uns täglich darüber, dass es so war.

Der Tierseuchenfonds schickte seine neue Meldung und da wurde dann Thunder auch offiziell dazu eingetragen. Vorher hatten wir ja schon angerufen gehabt und gefragt und die Auskunft bekommen, wir könnten ihn dann mit der nächsten Meldung einfach mit dazu anmelden.

Tja … auch als wir das erledigt haben, hatten wir noch keine Ahnung, was bald auf uns zukommen würde.

Weihnachten stand vor der Tür.

Es war Winter, wo Pferde immer viel Arbeit machen, wenn man sie in Eigenregie und nicht direkt hinter dem Haus hält, weil man sich laufend um genug Heu, frisches und nicht eingefrorenes Wasser und natürlich trotzdem noch um die Weidepflege kümmern muss .. und zusätzlich genug Geld verdienen, um auch alles für diese Pferde bezahlen zu können, was sie brauchen.

Das Wetter blieb auch die Tage vor Weihnachten relativ angenehm und gab uns auch mal die Gelegenheit, trockene Pferde wieder durchzustriegeln, was ja auch in der nassen und kalten Jahreszeit nicht immer möglich ist, wenn man Offenstallpferde hält.

Hier war Thunder dran mit striegeln.

Und oben wurde dann Chiwa poliert.

Tja… wenn ich mir hier so anschaue, wie unser Leben kurz vor Weihnachten noch aussah, als unsere drei Pferde ja unser Lebensinhalt waren und wir uns gar nicht vorstellen konnten, dass das mal anders sein würde .. wenn ich im Leben nicht schon so viel Schlimmes erlebt hätte, mir würden jetzt die Tränen kommen, aber so leicht weine ich heute nicht mehr.

Mein Mann Jürgen ist da ähnlich drauf. Auch der hat im Leben schon genug geweint.
Dennoch gab es Tage, wo er so fertig mit den Nerven war zuletzt, dass er tagelang nur noch am ganzen Leib gezittert hat und ich Angst hatte, er bricht mir zusammen.
Heute sagt Jürgen, die Rache an dieser Frau wird kommen .. und das mehr als einmal. Wir haben viel Zeit jetzt und sie hat so viele Fehler, sie wird sich ganz allein ihr eigenes Grab schaufeln. Man muss nur genau hinsehen, und das wird schon Jürgen selbst jedes Mal tun.

Hier könnt Ihr an diesen Nahaufnahmen sicher gut sehen, wie gesund unser Thunder auch kurz vor Weihnachten noch ausgesehen hat.
Wenn unsere Pferde, wie M. S. dann später behauptet hat, tatsächlich nur immer zu dritt eine halbe kleine Klappe Heu am Tag bekommen hätten .. und das hat die Frau ernsthaft in einer öffentlich zugänglichen Facebook-Diskussion über uns gesagt, auch wenn sie es später wieder gelöscht hat, weil sie wohl von einer Freundin gewarnt wurde, ich habe das kopiert und hier vorliegen … ja dann hätten unsere Pferde auch schon kurz vor Weihnachten ja wie die Hungerhaken aussehen müssen. Warum hätten Jürgen und ich die Pferde anders füttern sollen als sonst. Wir haben jahrelang Pferde gefüttert. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig wie uns dann nachgesagt worden ist, sondern ganz normal. Und das auch trotz der durch den verregneten Sommer eben nicht wirklich günstigen Heupreise.

Was damals nicht mehr drin war bei unseren Einkommensverhältnisse war, einen wirklich sicheren Doppelzaun anzulegen. Einfach nur eine zweite Reihe Steckpfähle davorzusetzen, um der Fütterei über den Zaun Einhalt zu gebieten, hätte bei den Leuten, die ja sogar auf unserer Weide rumgekrochen sind, um dort zu fotografieren, was wir später gesehen haben, hätte gar nichts genutzt. Die sind überall durchgekrochen und nur hohe Außenzäune, am besten mit Stacheldraht oben drüber, hätten die abgehalten. Und sowas kostet halt Geld.

Geplant hatten wir solche Investitionen für den kommenden Sommer, aber so lange würde unser kleines Pferdeparadies dort in der Feldmark eben gar nicht mehr existieren, was wir kurz vor Weihnachten 17 nur noch nichtmal geahnt haben.

Am Heiligen Abend wurde es dann draußen erstmal wieder richtig regnerisch und ungemütlich wie so oft in der letzten Zeit. Es hat einfach viel zu viel geregnet, worunter das Land überall in Norddeutschland noch heute leidet.

Es regnet auch nach wie vor zu viel.

Wir stellten fest, dass die Pferde ihre Schutzecke bei zu fiesem Wetter durchaus nutzten und auch unter sich aufgeteilt hatten. Prima hatte sich den neuen Unterstand mit dem besten Überblick ausgesucht, denn als Leitstute musste sie ja immer auf alle aufpassen. Thunder und Chiwa nutzten die beiden alten Unterstände am Knick.

Ich war auch froh, dass es zu Silvester nicht frieren, sondern eher nass sein sollte, falls Thunder Angst bekommen und die Pferde viel rennen sollten, damit sich keines verletzten würde.

Und auch auf diesen Fotos, die ich kurz vor Silvester 17/18 gemacht habe, könnt Ihr genau erkennen, dass weder Thunder noch Chiwa oder Prima da zu dünn waren.

Das, was die drei später so aus der Bahn geworfen hat und Thunder umbrachte, muss später passiert sein, auch wenn hier schon ab und zu Dinge gefüttert wurden, aber da wohl noch nur solche, die ihnen nicht wirklich geschadet haben.

In der Silvesternacht waren Jürgen und ich natürlich bei den drei Pferden. Es lief alles super. Die drei waren recht ruhig, freuten sich über die Zusatz-Leckerlis mitten in der Nacht und den ungewöhnlichen Besuch von Herrchen und Frauchen und regten sich über die Raketen und Böller nicht übermäßig auf, die da von Klein-Kühren aus und auch von Preetz aus in die Nacht flogen.

Hier mache ich wieder eine Sinnpause … der Teil 3 über unseren Thunder geht dann mit Beginn des Neuen Jahres 2018 weiter. Bis bald.

Ursprungslink (der ist komplett und nicht in Abschnitte gegliedert): http://pferdeunserestolzenfreunde.blogspot.com/2018/05/unser-thunder-teil-3.html


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