Unsere Prima – Teil 3

Umzug in den Stall meiner Tochter und meine Hoffnung, Esther könnte sie zureiten

Eine Weile blieben Prima und Chiwa noch bei mir in Nettelsee, als ich mich von meinem 1. Mann getrennt hatte, zogen dann aber Ende März 07 nach Klausdorf/Schwentinental in den Stall meiner Tochter Esther, die den Pferden damals, als ich nicht wusste, was ich sonst hätte tun sollen, sehr geholfen hat.

Ich suchte in der Zwischenzeit für mich und meine Mutter nach einer anderen Wohnung und war sehr froh, dass mir die Sorge, wie ich das alles noch mit zwei Pferden machen sollte, nun durch Esther abgenommen war, da ich wusste, die beiden könnten bald zu ihr in ihren Stall umziehen.
Esther wollte damit nur gern solange warten, bis es Frühling würde, weil sie ein paar Bedenken hatte, dass Prima und Nixe, beide ja recht dominant, sich im Offenstallbereich zu sehr zanken und verletzen könnten.

Mit der Hilfe von Esther war es sogar möglich, Prima ohne große Probleme zu verladen, als es dann los ging..
Ich vermisse noch heute oft Esther und ihre große Begabung, mit Pferden umzugehen. Sie ist von allen Mitgliedern meiner Familie mit Abstand diejenige, die am besten mit Pferden umgehen kann und besonders bei Prima wäre es so schön, sie nach wie vor an meiner Seite zu haben. Aber man kann im Leben nicht alles so haben, wie man sich das wünscht. Prima ist nun einmal ein schwieriges Pferd.

Nach der Ankunft von Prima und Chiwa in Klausdorf/Schwentinental blieben die zwei zunächst noch ein paar Wochen in einem Extraauslauf, um sich in Ruhe einzuleben.
Meine Tochter Esther begann sehr vorsichtig, mit Prima zu arbeiten, denn sie wollte versuchen, ob es nicht doch möglich wäre, sie zu reiten.
Prima lernte in den Monaten bei Esther viel. Sehr wichtig war auch, endlich so die Hufe zu geben, dass ein Schmied die bearbeiten konnte.

Wenn ich damals geahnt hätte, dass ich mich nur wenige Wochen später in Jürgen verlieben würde und dass er bei mir einziehen würde, aber auch, dass alles doch nicht so schön bleiben würde, wie ich mir das ausgemalt hatte mit allen Pferden wieder bei Esther auf dem Hof, ich hätte die Pferde dann sicher in Nettelsee behalten und mein Pachtland nicht meiner Weidenachbarin überlassen.
Aber der Mensch kann leider nicht in die Zukunft sehen.

Mein heute 2. Mann Jürgen (rechts im Bild mit dem dunkelblauen Hemd zu sehen) war nämlich am 1. Mai, als Esther dann die ganze Herde zusammenließ und Prima nun alle anderen kennenlernen konnte und auch Reno wiederfand, bereits dabei. Wir hatten uns gerade einige Tage vorher kennengelernt.
Er war hingerissen von Prima, die von Stund an sein Lieblingspferd war.
Wir hatten aber damals abgemacht, dass sich in erster Linie Esther um Prima kümmern würde.

Das Grund war einfach der, dass uns allen klar war, Prima vielleicht doch noch zuzureiten, wäre ein unglaubliches Geduldsspiel und wenn, dann würde sie ein sehr personenbezogenes Pferd und nie und nimmer ein leicht zu reitendes Schulpferd werden können.
Meine Tochter reitet in meinen Augen sehr gut, so dass ich die Hoffnung hatte, sie würde das schaffen. Aber die Zeit, die sie dazu hatte, war viel zu kurz, auch wenn das ein paar Monate gewesen sind.

Reno erkannte Prima in der Herde sofort wieder .. siehe oben … und Streit mit Nixe gab es wider Erwarten gar nicht.
Unsere Dicke war so souverän und Prima nicht so ranghoch, dass es auch nur den Anflug von einer Auseinandersetzung zwischen den beiden gegeben hätte.

Die Aufregung am ersten Tag des Zusammenlassens legte sich bald.
Wie man das von ihr kennt, hat Prima ihre Chiwa damals die ganze Zeit über sehr beschützt und war immer an der Seite ihrer kleinen Freundin.

Prima und Chiwa integrierten sich gut in Esthers Herde und Jürgen und ich begannen, uns sehr oft bei Esther aufzuhalten, die Pferde bei ihr zu besuchen und zu streicheln, mit Chiwa Bodenarbeit zu machen und konnten auch ab und zu aus der Ferne miterleben, dass Esther dabei war, Prima die Arbeit an der Longe und sogar das Gerittenwerden beizubringen.

In dieser Zeit hatten wir auch viel Kontakt zu Nixe und Reno, nahmen sogar gemeinsam einige unvergessliche Reitstunden bei meiner Tochter Esther, erlebten einfach einen sehr schönen und da noch sehr harmonischen Sommer, frisch verliebt, ohne Probleme mit meinem Ex und seiner damaligen Freundin, ohne Probleme mit meinem Schwiegersohn oder sonstigen Komplikationen. Die Probleme fingen an, als mein Ex die erste Pfändung beim Arbeitgeber hatte und mir meinen Unterhalt nicht mehr bezahlen konnte und ich den einklagen musste, damit das Jobcenter mir den Ausgleich bezahlte.

Meine Mama, zwar hochgradig dement und deshalb oft nicht einfach im Umgang, hatte so auch noch sehr viel Gelegenheit, ihre Enkel und Urenkel zu erleben.
Tja .. ich weiß bis heute nicht genau, wie die Konflikte entstanden .. es lief viel hinter dem Rücken .. nach vorn übernahm eine Schulfreundin meines Schwiegersohns bei meiner Unterhaltsklage die Verteidigung meines Mannes und irgendjemand manipulierte mein E-mail-Konto, meine Passworte und weil Jürgen mit auf meinem Computer und unserem Familienserver war, auch seine.

Die Zusammenhänge zu erklären, von denen ich denke, dass ich inzwischen begriffen habe, wie die Hintergründe ausgesehen haben, das würde hier zu weit führen.
Es hat sehr viel zerstört, auch meinen Traum von allen Pferden bei meiner Tochter, meine Illusion davon, auch nach einer Ehescheidung mit neuen Partnern weiterhin eine intakte Familie behalten zu können, sich gut mit dem Ex zu verstehen und vieles mehr.

Das sind seltene Bilder, wie das oben von Jürgen und mir bei einer der wenigen Reitstunden bei meiner Tochter damals oder die beiden rechts und unten von Esther bei dem Versuch, Prima doch so zuzureiten, dass sie mit Glück ein doch reitbares Pferd hätte werden können, das irgendwann nicht mehr zu unberechenbaren Angstattacken geneigt hätte.
Das Schicksal war dagegen, uns erleben zu lassen, was Esther mit Prima wirklich hätte alles erreichen können genauso wie das Schicksal dagegen war, Jürgen und mir einige unbeschwerte gemeinsame Reiterlebnisse zu gönnen.

Aber noch war es ein herrlicher Sommer 2007, den Jürgen und ich auf Esthers Reiterhof sehr genossen haben. Wir waren verliebt und glücklich, lernten zusammen wieder reiten, und das von meiner inzwischen perfekt ausgebildeten Tochter, konnten viel mit Prima spielen, mit allen Pferden schmusen und auch genug Kontakt zu Nixe, Reno und Prima dabei haben.
Wir erlebten auch die Vorbereitungen für einen Showtag auf Esthers Hof mit und freuten uns schon darauf, wenn im Jahr darauf in unseren Augen auch etwas mit Prima und Chiwa dabei sein würde.

Es ist gut, dass man die schönen Momente im Leben genießen kann ohne zu ahnen, was danach kommt.
Ich möchte deshalb hier einmal aufhören und das Ende dieses schönen Sommers noch nicht aufschreiben. Das mache ich dann im nächsten Teil über unser Leben mit Prima.
LG Renate

Ursprungslink: http://pferdeunserestolzenfreunde.blogspot.com/2016/11/unsere-prima-teil-3.html

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