Chiwas Hufrehe-Geschichte – Teil 10

Ein sehr positiv verlaufender Sommer

Mein letzter Bericht über Chiwas Hufreheverlauf endete ja Ende Juni. Es ist bisher nur Gutes passiert.
Ich beginne deshalb mal mit ein paar Fotos nach Jürgens eigener Hufbearbeitung Ende Juni, was er sehr gut gemacht hat und den Pferden offensichtlich gut bekommen ist .. beiden, auch Chiwa.

Mal einer von Chiwas Hufen von unten  – siehe Foto oben .. und von Prima – siehe Foto rechts — auch einer.

Wir hatten im Juni ja noch wenig Heu dazu gefüttert, denn bei einem Pferd wie Chiwa, die zu Hufrehe neigt, ist Vorsicht immer die Mutter der Porzellankiste.
Wir haben damit aber bald aufgehört und füttern die beiden schon seit geraumer Zeit nun gar nicht mehr mit Heu dazu, weil es bei dem tollen Bewuchs unserer neuen Pachtweide nicht nötig ist.

Schön ist, Chiwa hat zugenommen, man kann nicht mehr auf ihren Rippen Klavier spielen, sieht sie nur noch ganz leicht, aber sie hat bisher keinen Rehe-Speckhals angesetzt. Es bekommt ihr also gut, wie auf den Fotos zu sehen, in Hülle und Fülle grasen zu können und dort alles zu finden, was sie braucht. Wir füttern nur noch ihr Strukturmüsli mit dem für uns üblichen Obst-Gemüse-Öl-Mix einmal am Tag dazu und ab und zu einige Leckerlis, das ist alles.

 Seit Anfang Juli haben Chiwa und Prima nun auch ein Round Pen, in dem wir ab und zu ein bisschen trainieren.
Auch das klappt super, wenn man nicht damit übertreibt. Sie müssen natürlich beide erst wieder Muskulatur aufbauen und besonders Chiwa darf deshalb nicht zu lange rennen, denn das bekommt ihr noch nicht. Ein paar Minuten wiederum ab und zu tun ihr sehr gut. Sie zeigt es uns selbst, wenn es genug ist, geht dann meistens nach innen und läuft langsamer.

Führen nach der Arbeit, damit die Maus wieder runter kommt, ist wichtig.
Aber wie man rechts sieht, kann sie auch noch richtig Gas geben, wenn sie sich in den ersten Minuten des Training gut fühlt.

Mir geht es übrigens wie Chiwa .. ich bin auch aus der Übung und muss erst wieder lernen, länger zu rennen, ohne aus der Puste zu kommen.
Wir haben per Zufall herausgefunden, dass auch die Heunetzfütterung im alten Stall nicht gut für Chiwa und Prima war, und zwar auf der ganzen Linie. Dass die zwei so abgeschlafft waren und so einen Senkrücken bekommen haben, lag nämlich nicht nur am rutschigen, schlammigen Auslauf, wo sie sich nicht richtig drin bewegen konnten.

Eher per Zufall fiel Jürgen auf, dass Chiwa wieder normale Zähne hat. Genauso per Zufall war uns vorher nach ein paar Monaten Heunetzfütterung aufgefallen, dass einer ihrer Schneidezähne komisch aussah. Wir hatten uns damals gewundert, warum wir das nicht vorher gesehen hatten und wunderten uns nun noch mehr, wie sowas einfach wieder weggehen kann.
Also ging ich googeln und fand sehr interessante Infos über Heunetzfütterung, dass diese gut gemeinte Idee bei näherer Betrachtung so gut nämlich doch nicht ist.

Ich las dort, dass die Anstrengung, sich das Heu aus diesen Mini-Öffnungen der engmaschigen Heunetze zu zupfen, für Pferde eine Strapaze ist, sie oft deshalb trotz des Futterangebots nicht satt werden, außerdem die Haltung und das stundenlange Stehen am Heunetz auf den Rücken, die Halsmuskulatur, die Rückenmuskulatur, aber sogar auch auf die Hufe geht, es zu Verformungen der Hufe, untergeschobenen Trachten und dergleichen kommen kann.

Hier nutzen Chiwa und Prima übrigens unseren Round Pen zum Warten, während wir mal wieder einen anderen Weideabschnitt für sie abgesteckt haben. Auch dafür ist er sehr praktisch.
Aber nun weiter bezüglich der Heunetzfütterung.
Es war uns aufgefallen, dass unsere Pferde inzwischen auch wieder einen geraderen Rücken hatten, entspannt wirkten, sich ganz anders bewegten. Dass sowas an Heunetzen liegen kann, ohne diese Beobachtung mit Chiwas Zahn wären wir nie darauf gekommen.

Obwohl Chiwa nun seit einigen Monaten 24 Stunden grast, ist unser Pony kaum wiederzuerkennen. Sie ist gesund und munter, freut sich ihres Lebens und neulich erzählte uns eine alte Bekannte, die sie 3 Jahre lang nicht mehr gesehen hat, sie würde viel jünger wirken als damals.
Das stimmt ja auch. Ich hätte nie angenommen, dass Chiwa sich ausgerechnet bei uneingeschränktem Zugang zu Weidegras so gut regenerieren könnte, aber wie Ihr seht, ist es so.

Was sicher wichtig zu erwähnen ist, ist der Bewuchs auf unserer Weide.
Wir haben so gut wie kein Weidelgras dort, sondern eher rehetaugliche Gräser, kaum Weißklee, wenig Hornklee, so gut wie gar keinen Rotklee, allerdings an Kräutern sehr viel Schafgarbe und auch viel kleinen Sauerampfer, der den Pferden aber nicht zu schaden scheint. Auch einige Ecken mit Binsen machen ihnen nichts aus.

Was für unsere Pferde, und für Chiwa natürlich erst recht, weil sie empfindlicher ist als Prima, gefährlich werden könnte, ist eine Ecke mit Sumpfschachtelhalm um einen kleinen Teich und zwei Entwässerungsgräben herum, die recht sumpfig ist und dort diesen Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen bietet. Wir haben die Ecke durch einen Zaun abgeteilt, so kann nichts passieren. Und der Rest des Bewuchses ist wie gesagt optimal.

Euch Bilder von einem so frühlichen Pferd zeigen zu können, es ist herrlich. Ich hoffe, es bleibt immer so und wir können in dieser schönen Ecke noch viele Jahre bleiben.
Gewisse Querelen mit unverträglichen Leuten aus der näheren Umgebung und einige bürokratische Hürden sollten sich lösen lassen.
Weder mein Mann noch ich gehören zu den Menschen, die wegen ein paar Schwierigkeiten kampflos aufgeben würden.

Im August ist Chiwa sogar mal ein ganz bisschen geritten worden, aber das fällt ihr doch noch schwer.
Es war aber nicht unmöglich, und auch das ist schön.
Wir denken allerdings, sie braucht noch mehr Bodenarbeitsstunden zum Muskelaufbau, damit auch das ihr wieder leichter fällt. Vielleicht wird sie auch allmählich zu alt zum Reiten, denn schließlich ist Chiwa bereits 23, sehr zart sowieso und hatte früher mal diesen Unfall im Maschendraht, wodurch eines ihrer Hinterbeine geschädigt wurde.

Inzwischen haben wir Anfang September und ich habe gestern wieder eine Menge Zaunmaterial bestellt, um die Pferde nun über die Herbstzeit noch einmal in eine andere Ecke unserer Weide zu stellen.
Die Eicheln und Bucheckern beginnen nämlich runterzufallen, und es wäre nicht gut, wenn sie zu viele davon fressen. Mitte nächster Woche steht deshalb der nächste Weideumzug an, wenn die neuen Zäune stehen.

Ende August war es noch einmal sehr heiß, aber allmählich wird es besser, so dass wir wohl ohne riesige Schattenbäume auskommen werden, denn dabei handelt es sich bei uns hauptsächlich um Eichen und Buchen, die jetzt beginnen, gefährlich zu werden, weil sie ihre Früchte abwerfen.
Dort, wo die Pferde über den September bis Mitte oder Ende Oktober hin kommen werden, haben wir Tannen und Birken, wo die dann sicherer sind. Das Gras ist auch dort genauso gut wie überall sonst.

Der September hat mit einer Wetterlage angefangen, die schön, aber nicht mehr so heiß ist wie gegen Ende August. Es soll laut Wetterbericht auch erst einmal so bleiben.

Wir genießen zu zweit und ab und zu auch mit Freunden den herrlichen Spätsommer bei unseren Pferden mit einer Chiwa, die weder einen Speckhals hat noch komische Hufe, die nicht mehr halb verhungert und sehr entspannt wirkt, die von alleine rennt und sogar spielt und einen ausgesprochen entspannten Eindruck macht, also offensichtlich ihr Leben genießt.

So gut wie die Pferde haben wir es auch oft, sitzen bei ihnen in der Sonne, trinken Kaffee und erzählen zu zweit oder wie hier auf den letzten Fotos für heute, auch einmal mit Freunden.

Alle Leute, mit denen wir uns gut verstehen, sagen, Chiwa und Prima sehen toll aus und wir sollen unter allen Umständen darum kämpfen, dass man uns dieses kleine Paradies für unsere Pferde, in dem sich auch unser Rehepferd so gut erholt hat, nicht von jemand zerstören lassen sollen.

 Das werden wir auch nicht tun.

Chiwa hat auf diesem Gelände optimale Voraussetzungen, noch viele Jahre rehefrei glücklich leben zu können .. und diese guten Vorraussetzungen tastet keiner an .. und sollte es noch einmal jemand versuchen, wissen Jürgen und ich auch, wie wir uns dagegen wehren können.

Na ja …. der Sommer war also herrlich für unser Rehepony Chiwa und auch ihre große gesunde Freundin Prima.

Wir Herbst und Winter verlaufen werden, wird die Zeit zeigen .. und ich werde wieder eine Zusammenfassung für Chiwas Hufrehe-Geschichte schreiben, wenn die nächsten Monate ins Land gegangen sind.

Solange erfahrt Ihr hier in kürzeren Abständen ansonsten ebenfalls, wie es so läuft.

Also bis bald mit der Fortsetzung von Chiwas Hufrehe-Geschichte.
LG Renate

Original-Link :

http://hufrehe-blog.blogspot.com/2016/09/chiwas-hufrehe-geschichte-teil-10.html

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