Eigene Pferde – Unsere stolzen Freunde – Teil 12

Eine herrliche Zeit in Kiel-Wellsee mit einem dann schrecklichen Ende durch eine fiese Intrige

Unser kleines zähes Pony Chiwa hatte alles überlebt, die Hufrehe, die falsche Hufbearbeitung und unendlich viele Hufgeschwüre als Folge, den Unfall und alle drei die Folgen der Unüberlegtheit unseres letzten Stallbetreibers, der über Winter so viele Pferde aufgenommen hatte, dass im Frühling nicht genug Futter für die Tiere da war und nicht einmal genug Weidefläche, um den Mangel an Heu auszugleichen. Und Stroh als einziges Futter ist für Pferde nunmal wirklich nicht mehr mit Kraftfutter auszugleichen und kann fatale Folgen haben. Unser Umzug war sehr schwierig, denn das Laufen direkt an der Straße entlang mit total hungrigen Pferden war nicht einfach und unser Weg, den wir mit der nicht reitbaren Chiwa ja teils zu Fuß zurücklegen mussten und eben im Tempo eines laufenden Menschen, sehr weit. Es dauerte ca. 4 Stunden, bis wir schließlich in Wellsee ankamen.

Ja .. es folgen mal einige Fotos von sehr glücklichen Pferden auf einer wieder eigenen Pachtweide. Die kleine Tochter der Verpächter war lange eine sehr engagierte Reitbeteiligung auf unserem Reno, die aber wie viele junge Mädchen plötzlich aufhörte, sich um ihn zu kümmern, als sie sich verliebte.

Unser Leben neben dem bei den Pferden in Wellsee sah so aus:
Esther lebte anfänglich noch mit Robert, dem Vater unseres Enkels Raphael, zusammen in Kiel-Gaarden, war aber bereits mit ihrem heutigen Ehemann Jan befreundet. Robert hatte auch eine Freundin, die mich sehr beunruhigte, weil sie Heroin-süchtig war und mir erzählt hatte, sie würde das Zeug nicht spritzen, sondern rauchen, und das tat sie in der Wohnung, in der auch mein Enkel Raphael schlief. Meine Tochter war mit der Situation überfordert. Heute wirft ihr Ehemann mir vor, ich hätte ihrem beruflichen Erfolg als Erzieherin geschadet, als ich damals das Jugendamt bat, ihr zu helfen, dass ihr Ex-Partner mit dieser drogensüchtigen Frau eine andere Wohnung bekommen würde, damit mein Enkel vor dem Heroin-Rauch sicher sei. Aber was geht hier vor, frage ich mich, doch wohl ein Kleinkind? Hier einige Bilder von seinem 1. Geburtstag, noch in Gaarden gemeinsam mit beiden Eltern und auch der damaligen Partnerin seines Papas, den ich selbst immer sehr mochte, aber diese Frau war einfach Gift für Raphaels Sicherheit.

Manuel hatte sich wieder verliebt und seine heutige Ehefrau Anni kennen gelernt, die wir damals auch schon kannten. Ihre Geschichte, wie sie meinen Sohn in Eigeninitiative für sich gewonnen hat, finde ich nach wie vor bemerkenswert, auch wenn ich ihr sehr böse darum bin, dass sie ohne mir zu sagen warum, ausgerechnet dann den Kontakt abbrach, als ich nach der Hochzeit der beiden dann Oma wurde und mir einfach mein Enkelkind vorenthalten hat. Ich weiß bis heute nicht warum, denn unser e-mail-Kontakt davor und alle Treffen waren freundschaftlich und nett. Wir hatten also damals wieder viel Kontakt zu Manuel. Auch Vanessa, die uns am 17. April 2002 noch einmal zur Oma gemacht hatte, nämlich mit Enkel Marc, kam nach wie vor oft zu Besuch, auch wenn ich schon damals immer dachte, dass ihr Ehemann das nicht wusste, und ich bin sicher, damit irre ich mich nicht, egal was sie heute sagen mag. Mit den Verpächtern unserer Weide kamen wir super aus und feierten etliche ausgelassene Stallpartys. Hier mal ein paar Fotos aus dieser schönen Zeit, als unsere ganze Familie noch eine Familie war und unsere Pferde sicher auf Pachtland standen bei Leuten, die nebenan lebten und gut mit auf sie geachtet haben.

Nachdem wir lange nicht bei Manuel zu Hause gewesen waren, lernten wir auch jetzt, wo er mit Anni befreundet war, endlich sein damaliges Zuhause in Stolpe kennen und feierten auch später mit Anni und Manuel in ihrem heute eigenen Haus in Heidmühlen.
Ich war damals kein anderer Mensch als ich es heute bin. Der einzige Unterschied, den ich sehe, ist nur einer. Mein Mann hat mich zuletzt mit 3 verschiedenen Frauen betrogen und ich habe die Scheidung eingereicht, weil es mir einfach zu viel war, mich in Jürgen verliebt, den meine Familie in meinen Augen nicht akzeptiert, obwohl ich in Jürgen endlich einen Mann habe, von dem ich sicher bin, dass er mich wirklich liebt .. und sollte mich mein Ex-Mann auch geliebt haben, was ich für möglich halte, unterscheidet sich meine Beziehung zu Jürgen dennoch gravierend, weil ich Jürgen vertrauen kann, der nicht laufend fremd geht wie es mein Ex-Mann im Laufe unserer gesamten 36 Jahre währenden Ehe leider getan und mir damit jedes Selbstbewußtsein genommen hat. Als ich mich entschloss, meine Ehe zu beenden, verlor ich sehr schnell so auch alle meine Kinder, aber damit muss ich wohl leben und es hat so sein sollen. Hier in Wellsee waren noch alle da, nur mein Schwiegersohn versuchte schon damals, Vanessa von ihrer Familie zu trennen, und das mit Macht, was am meisten meine Mutter bedrückte, denn Vanessa war immer ihre Lieblingsenkelin.

Raphael auf Manuels Harley vor seiner Wohnung in Stolpe.

Ein paar Tage beim Wave and Gothic Festival in Leipzig und Besuch bei Raphaels anderen Großeltern, denn Robert kommt aus Leipzig, in denen mein Ex Hansi und ich uns mit Raphael die Gegend ansahen und Esther, Robert und Marius so ungestört das Festival genießen konnten.

Eine schöne Bootsfahrt mit meinem Ex, Esther und Raphael.

Besuch bei Vanessa, Janin und dem noch ganz kleinen Marc, damals noch in ihrer eigenen Wohnung möglich, wenn ihr Mann zur Arbeit war.

Einweihungsfeier bei Manuel und Anni. Nur wenige Wochen vorher fragte sie mich um Rat, wie sie mit meinem Sohn umgehen sollte. Da ich meinen Sohn gut kenne, habe ich ihr geraten, sich nicht unterdrücken zu lassen. Wenn mein Sohn uns zuletzt mehrfach heimlich besuchte, und das ohne zu sagen, dass seine Frau schwanger ist, frage ich mich heute, wer inzwischen wen unterdrückt. So habe ich meinen Rat ganz sicher nicht gemeint, denn in einer Ehe sollte immer Gleichberechtigung herrschen, und das gilt sicher auch dafür, dem anderen seine Wurzeln zu lassen, denn jeder Mensch ist sowohl genetisch als auch durch die Erziehung seinen Eltern nunmal ähnlich und einem Menschen seine Wurzeln zu nehmen, heißt ihm seine Identität nehmen, was sicher keine gute Grundlage für eine glückliche Ehe sein wird.

Wie hier, als wir Heu geholt haben, waren meine beiden Söhne, auch wenn sie keine Reiter sind, noch zum Helfen ganz selbstverständlich für uns da .. und heute? Ich weiß im Moment nicht einmal, ob es ihnen gut geht, aber so ist das Leben, von manchen Dingen bleibt später nur noch eines übrig, und das ist die Erinnerung an schöne Zeiten, die nie wieder kommen werden.
Tja .. und dann hatte meine Esther einen schlimmen Reitunfall, und ich machte für mich persönlich den Fehler meines Lebens und tat sicher ihr den Gefallen ihres Lebens, indem ich ihren Freund in die Klinik rief und damals stundenlang mit ihm redete und ihm klar machte, was er in seiner Beziehung zu meiner Tochter bisher alles falsch gemacht hatte.
Sie war mit Jessica ausgeritten und es war eigenartig. Ich arbeitete mit Raphael im Stall, als ich plötzlich das Gefühl hatte, den Kleinen in den Kinderwagen zu setzen und den beiden entgegenzufahren. Als ich die Pferde bereits hörte, glitt Nixe in einer Wasserpfütze, die oben geschmolzen und unten noch mit einer Eisschicht bedeckt war, aus und überschlug sich mit meiner Esther. Ich konnte so das Pferd halten, Esther hinauf helfen und Jessica los schicken, einen Krankenwagen rufen, denn Esther war schwer verletzt. Als ob eine innere Stimme mich im Vorfeld gewarnt hatte, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. In der Klinik dachte ich, ich sollte ihren merkwürdigen Liebhaber anrufen, der sich bis zu diesem Zeitpunkt nie um Raphael gekümmert hatte und mir in der Klinik erzählte, er hätte aufgrund seines Alters und zwei gescheiterten Beziehungen vor Esther Angst vor einer neuen Bindung. Und ich habe ihm erklärt, er soll verdammt nochmal Esthers Sohn akzeptieren und aufhören, sie wie einen Gegenstand nach Hause zu bestellen, ohne eine feste Bindung zu wollen, denn meine Tochter würde ihn lieben. Ich habe ihm auch erzählt, wie wichtig ihr Pferde sind und er erzählte mir von seinem schlimmen Unfall vor Jahren, bei dem ihn sein Pferd lebensgefährlich verletzt hatte. Ich sagte ihm, Nixe sei ruhig und er könne sich auf Nixe wirklich verlassen und alle diese Dinge führten dann dazu, dass dieser Mann plötzlich beschloss, dass meine Tochter bei ihm wohnen könnte, meinen Enkel seiner Mutter und Großmutter vorstellte und begann, das erste Mal auf Nixe zu reiten.
Meine Tochter war so glücklich und ich mit ihr .. bis ich begriff, dass Jans Oma mir Raphael weg nehmen würde, für den ich immer da war, wenn meine Tochter ihre Ausbildung machte, immer ohne das Kind bei Jan war, abends als Kellnerin gejobbt hat. Aber noch war alles okay und wir feierten im Stall eine letzte schöne Party und meine Tochter, mein Enkel und ich erlebten die letzten harmonischen Wochen und auch mein Schwiegersohn von Vanessa hatte noch keine Ahnung, dass seine Frau uns immer heimlich besuchen kam und wir zu ihr und den Enkeln einen regen Kontakt hatten.

Man sieht hier noch die Folgen von Esthers Unfall, von dem sie sich Gott sei Dank wieder ganz erholen konnte. Aber leider ich nicht von der Eifersucht einer Frau, die dann den Wunsch entwickelte, die Erziehung meines Enkels im Alter von damals 79 Jahren sei das, was sie sich vor ihrem Tod noch wünschen würde. Man sollte aber einem Kind nicht im Alter von unter 3 Jahren seine erste Bezugsperson wegnehmen, und da meine Tochter sehr viel arbeiten musste, war das damals ich.
Nichtsahnend, was ich bald erleben sollte, erlebten wir so die letzten schönen Wochen in Kiel-Wellsee.

Die Intrige, die begann, mein Leben zu zerstören, sah so aus: Ein Freund von Jan und seine Freundin suchten einen Platz für ein Quarter Horse, weil die junge Frau in Kiel ein Studium beginnen wollte. Sie waren bei uns, um sich mit Esther und mir treffen zu wollen, aber ich bekam dann Stunden vorher einen Anruf, ob ich schon vormittags in den Stall kommen könnte, was ich tat. Ich habe dem jungen Paar erklärt, dass ich nicht kostenlos ein weiteres Pferd aufnehmen könnte, ganz einfach weil mich die Versorgung meines Enkels viel Geld kosten würde, alleine schon an Benzingeld und ein viertes Pferd dort bedeuten würde, dass wir den Offenstall vergrößern müssten. Der junge Mann begann nach einer Weile, seinen Freund recht schlecht zu machen, er wäre ein Träumer und nicht sehr arbeitsam und so weiter. Ich habe damals gesagt, meine Tochter wäre ja bald mit der Schule fertig und sehr ehrgeizig und sie würde ihren Freund sehr lieben und sei genauso leistungsfähig wie ich, sie würde ihren Partner schon satt kriegen, wenn sie mit der Ausbildung fertig sei. Ich glaube allerdings nicht, dass das der Grund war für alles, was dann passierte, sondern dieser Besuch viel zu früh geplant war und egal was ich gesagt hätte, man hätte mir etwas anderes in die Schuhe geschoben, einfach weil ich mit dem Mann alleine war. Er soll gesagt haben, dass ich ihm erzählt hätte, meine Tochter sei auf den Strich gegangen. Warum sollte ich Dinge erzählen, die nicht wahr sind. Meine Töchter sind beide genauso treue Ehefrauen wie ich es bin und ganz sicher ist keine davon eine Hure, weder die Große noch die Kleine und ich habe sowas auch nie gesagt. Ich sage andere unangenehme Wahrheiten, aber eben Wahrheiten. Meine Tochter hat das geglaubt und glaubt es noch heute und nahm deshalb Raphael, brachte ihn zu Jans Oma und Nixe auch und brachte sie auch auf den Hof von Jans Oma. Ich habe zunächst so reagiert, das Jugendamt wegen Raphael und wegen Nixe die Polizei einzuschalten. Da ich wegen Raphael vor dem Jugendamt keine Chance hatte, habe ich wegen Nixe dann darauf verzichtet, hier weiter etwas zu unternehmen, denn meinen Enkel wiederzusehen, war einfach wichtiger als die Besitzverhältnisse wegen Nixe zu klären. Auch mein Schwiegersohn bekam dann einen Besuch und da er nun wusste, dass Vanessa immer heimlich kam, teilte die uns mit, sie würde nie mehr zu Besuch kommen können, denn das Gemaule ihres Ehemannes würde sie nicht aushalten können. Meiner Mutter brach daraufhin die Wirbelsäule, sie starb fast. Das war im Mai 2003. Ich musste meine Mutter pflegen und hatte keine Chance mehr, so jemals wieder in meinen Beruf zurück zu kommen. Ich habe es geschafft, dass meine Mutter noch bis 2011 gelebt hat, sogar wieder laufen lernte. Meine Familie wieder in Ordnung zu bringen, das habe ich nicht mehr schaffen können und meiner Ehe, die nie glücklich war, hat das sicher den Rest gegeben, auch wenn sie noch ein paar Jahre gehalten hat.

Manuel kurz nach dieser Aktion mit meiner dann gelähmten Mutter.

Ich brauchte mehrere Monate, um Nixe wiederzufinden. Heute wurde sie verkauft und mein Knabstrupper Reno auch. Nixe war vor dieser Sache immer Esthers Lieblingspferd, heute ist es ihr Haflinger Hopi, den sie behalten hat, als es darum ging, Pferde zu verkaufen, was sicher aufgrund der gegebenen Umstände sein musste. Ob ihr Ehemann ihr damit, unsere Herde damals zu trennen, wirklich einen Gefallen getan hat, darüber wird er ihr sicher irgendwann selbst Rechenschaft ablegen müssen, denn eines weiß ich genau, Esther liebt Pferde genauso wie ich und so wie sie kurz nach dem Verkauf von damals ja außer Nixe und Reno noch drei anderen Pferden aussah, nämlich richtig krank, das habe ich auf der Beerdigung meiner Mutter gesehen. Mir wäre es nicht anders ergangen bzw. ich leide Höllenqualen, weil ich nicht mehr die Möglichkeit habe, selbst für Nixe und Reno sorgen zu können oder das gemeinsam mit meinen Töchtern zu managen, wie ich es beim Kauf der Pferde ja einmal geplant habe.
Und warum .. weil ich Schwiegersöhne bekommen habe, die ganz sicher bei ihren Aktionen nicht an das Glück meiner Töchter gedacht haben. Keiner von beiden.

Tja .. letzte Fotos aus Kiel-Wellsee. Wie Ihr seht, war das noch einige Wochen, bevor meiner Mutter dann die Wirbelsäule brach, ich Chiwa und Reno auf eine Wiese nach Nettelsee holte und wir auch Esther und Raphael ca. 6 Monate nicht wiedergesehen haben. Sie kam dann mit Raphael an seinem Geburtstag das erste Mal wieder zu Besuch, unsere Pferde waren damals noch in Wellsee, aber wir haben ihr damals die Weide gezeigt, auf die dann Chiwa und Reno später kommen sollten. Mit diesem Foto möchte ich diesen Teil abschließen, der viele schöne Zeiten, aber auch großes Unglück enthält .. aber so ist wohl das Leben, es geht immer auf und ab und manchmal geht es auch tief bergab und man denkt, davon erholt man sich nie wieder. Und dennoch tut man es irgendwann.

Mit einer Geschichte über Pferde, die nun nicht mehr gemeinsam an einem Ort lebten, geht es dann im nächsten Teil weiter.

LG
Renate

Ursprungslink: http://pferde-tiere-gesundheit-soziales-zeit.blogspot.com/2012/06/eigene-pferde-unsere-stolzen-freunde_23.html

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