Eigene Pferde – Unsere stolzen Freunde Teil 2

Meine Liebe zu Pferden begann mit der zu unserer dicken Nixe

Im Jahr 1981 hatte ich die Idee, unserer ältesten Tochter Vanessa Ballett-Unterricht geben zu lassen. Sie fand die Idee nicht gut und hat mich dann überredet, sie statt dessen zum Reitunterricht zu schicken. So waren wir recht lange immer 1 x in der Woche zunächst mit ihrem Bruder und ihr und später, weil Manuel reiten mit lauter Mädchen blöd fand, nur mit ihr auf dem Reiterhof Först auf Gläserkoppel. Vanessas Lieblingspony dort hieß Sissy.

Das kleine Mädchen im roten T-Shirt ist Vanessa auf ihrem Liebling Sissy, daneben im blauen T-Shirt ihr Bruder Manuel auf dem Pony Toby. Ich habe Jürgen im Sommer 2007 Sissy zeigen wollen, aber da war sie gerade einige Wochen zuvor gestorben. Sie muss sehr alt geworden sein. Ich hätte ihm dieses Pony gerne einmal gezeigt, das damals so das Herz meiner Tochter eingenommen hat. Als sie zu groß für Sissy wurde, die ja ein Kinderpony war, hörte Vanessa gekränkt auf zu reiten. Ein Versuch in einer anderen Reitschule half ihr auch nicht. Sie hat mir danach immer in den Ohren gelegen, dass sie sich so sehr ein eigenes Pferd wünschen würde. Ich habe mich ewig lange gesträubt, diesem Wunsch zu entsprechen. Genau genommen hatte ich recht mit dieser Vermutung, denn Pferde gekauft zu haben, wurde für mich beides: Zum Segen, aber auch zum Fluch. Vermutlich liebe ich unsere eigenen Pferde viel mehr als es meine Töchter und der Rest der Familie jemals getan hat. Sie waren für mich genauso wie unsere anderen Familientiere tierische Familienmitglieder, für die ich mich bis heute verantwortlich fühle. Pferde gekauft zu haben, gab mir oft viel Kraft. Pferde gekauft zu haben ist aber sicher auch der Grund, warum später in meiner Familie dadurch so viel Stress entstanden ist, dass ich heute keine Familie mehr habe. Wiederum habe ich in meinem neuen Partner einen Pferdeliebhaber kennen- und lieben gelernt. Insofern geben Pferde meinem und seinem Lebenheute den vermutlich einzigen Halt außer unserem Hund und unserer alten Katze, den wir zwei alte Leute noch haben.
Manche Dinge sind Karma .. und mein Karma ist es, mich im Alter um Pferde zu kümmern, obwohl ich überhaupt nicht reiten kann. So kommt es manchmal.
Damals jedenfalls war es in erster Linie Vanessa, die sich schon immer so sehr ein Pferd gewünscht hat und abgeneigt war ihre kleine Schwester Esther von der Idee dann auch nicht. Und ich dachte, es wäre wirklich ungerecht, nachdem die Jungen teure Instrumente bekommen hatten, nun die Mädchen mit einem Meerschweinchen abzuspeisen.

Bei dieser Gelegenheit zeige ich Euch einmal einige der vielen Meerschweinchen, die meine Kinder so hatten. Wir hatten immer viele Haustiere.
Und eines muss ich heute sagen. Für mich war es undenkbar, ein einmal angeschafftes Haustier wieder zu verkaufen oder abzugeben, und ich habe meine Kinder so erzogen, dass sie das eigentlich genauso empfinden. Ich weiß genau, dass jedes meiner Kinder so denkt und fühlt.
Wenn in Bezug auf die Pferde im Laufe der Jahre Verkäufe vorkamen, dann lag das nicht an ihnen, sondern ihren Partnern .. und wenn ich jetzt sage, mit so einem Mann kann keine meiner Töchter glücklich sein, dann lüge ich nicht, sondern ich weiß genau, was ich sage.
Ich war einmal eine schwache Frau und habe mich von meinem Ehemann schlagen und demütigen lassen. Meine Kinder haben es miterlebt und so am Beispiel erlernt .. leider. Es tut mir leid, dass ich nicht stärker gewesen bin und ihnen etwas anderes vorgelebt habe.
Trotzdem bin ich schließlich gewachsen und gegangen, und dabei hat mir eines sehr geholfen, dass ich mich gegenüber den Pferden habe durchsetzen gelernt.
Meine Mädchen werden nur genauso wie ich im Laufe der Jahre selbst wachsen können und müssen lernen, sich nicht alles gefallen zu lassen und begreifen, dass sie selbst ihren Wert im Leben festsetzen und es auch Männer gibt, die eine Frau mit Selbstbewußtsein lieben und schätzen können.
Tja ….eigentlich sollte unsere dicke Nixe ein Tinker werden, aber der war bereits verkauft, als wir sie uns ansehen fuhren und so kamen wir auf einen Mix aus Ardenner Kaltblut und Tigerscheckpony.

Der kleine Ponyhengst oben ist Nixes Vater Dave Dudley, hier mit meinen Kindern Vanessa und Marius.

Und diese üppige Pferdedame ist Loreley, Nixes Mutter, der Nixe ähnlicher sieht als ihrem Vater. Nixe ist nur insgesamt etwas kleiner und schmaler als ihre Mama.

Oben kommt Nixe am 5.12.1992 gerade zu Hause bei uns an. Weiter hinten sieht man Esther und meinen Ex-Mann, vorn Manuel. Auf dem mittleren Foto gibt Vanessa ihr ein Müsli zur Begrüßung und Manuel und mein Ex-Mann schauen zu und unten machen Vanessa und ich mit Nixe einen Tag danach den ersten Spaziergang im Dorf Depenau. Als meine Mutter im Sterben lag und ich deshalb mit den Kindern telefonierte, habe ich erfahren, dass Nixe und Reno, über den ich  Euch noch später berichten werde, hinter meinem Rücken verkauft worden sind. Ich vermute zwar aus Not und Esther wird gute Käuferinnen ausgesucht haben, damit Nixe und Reno in Sicherheit sind .. dennoch hätte das alles nicht passieren müssen, wenn meine Töchter damals, als wir Nixe gekauft haben und planten, sie soll noch Freunde bekommen, wirklich verstanden hätten, was ich ihnen gesagt habe. Wir müssen alle drei immer zusammen halten und gemeinsam für die Pferde sorgen, denn ein Pferd wird sehr alt und man kann nie wissen, was noch alles passiert. Hätten sie das immer berücksichtigt, dann würden unsere drei Pferde noch heute zusammen leben können und alles wäre gut. So bete ich heute jeden Tag dafür, dass es hoffentlich Nixe und Reno auch gut geht, und dass jedenfalls die beiden neuen Käuferinnen die Kraft haben werden, bis zu ihrem Tod für die zwei zu kämpfen. Ich hätte es so gern selbst gemeinsam mit meinen Mädchen getan. Ich liebe dieses Pferd und auch die anderen. Über alles. Das wird sich auch nie ändern. Jetzt, wo ich das hier schreibe, laufen mir wieder die Tränen übers Gesicht, weil es einfach zu viel war, was ich habe aufgrund der Pferde erleben müssen, die ich einmal kaufte, um meine Kinder richtig glücklich zu machen und ihnen ein kleines Paradies auf unserem Resthof zu schaffen.
Es geht bald weiter mit dem 3. Teil, unten der Link zu Teil 1.
LG Renate

Ursprungstext: http://pferde-tiere-gesundheit-soziales-zeit.blogspot.com/2012/05/eigene-pferde-unsere-stolzen-freunde.html

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